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Deutscher Kongress für Orthopädie und Unfallchirurgie (DKOU 2012)

23.10. - 26.10.2012, Berlin

Belastungsinduzierte Freisetzung und Identifizierung von Biomarkern der Handarthrose

Meeting Abstract

  • presenting/speaker Anna Grießemer - Universität Giessen, Labor für Experimentelle Orthopädie, Orthopädische Universitätsklinik, Giessen, Germany
  • Ulrich Käßer - Internistisches Praxiszentrum, Krankenhaus Balser. Stiftung, Rheumatologie, Gießen, Germany
  • Georg Bachmann - Kerckhoff-Klinik GmbH, Diagnostische Radiologie, Bad Nauheim, Germany
  • Jörg Subke - Fachhochschule Gießen-Friedberg, Krankenhaus- u. Medizintechnik, Umwelt- u. Biotechnologie, Biomechanik-Labor, Gießen, Germany
  • Jürgen Steinmeyer - Universität Giessen, Labor für Experimentelle Orthopädie, Orthopädische Universitätsklinik, Giessen, Germany

Deutscher Kongress für Orthopädie und Unfallchirurgie (DKOU 2012). Berlin, 23.-26.10.2012. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2012. DocWI60-733

DOI: 10.3205/12dkou362, URN: urn:nbn:de:0183-12dkou3621

Published: October 2, 2012

© 2012 Grießemer et al.
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Fragestellung: Obwohl Fingerpolyarthrosen insbesondere bei Frauen weit verbreitet sind, gibt es nur wenige Berichte über mögliche Biomarker für Arthrosen der Hand- und Fingergelenke, wobei die Konzentrationen häufig nahe der Nachweisgrenze liegen. In der vorliegenden explorativen Studie sollte daher geprüft werden, inwiefern 1. potentielle Biomarker durch Belastung der Fingergelenke vermehrt in das Serum zwecks Identifizierung freigesetzt, 2. ein optimaler Zeitpunkt zur venösen Blutentnahme für die Bestimmung von Biomarkern gefunden und 3. überprüft werden, inwiefern eine Korrelation der Biomarker mit klinischen und radiologischen Scores besteht.

Methodik: Es wurden 2 Kohorten gebildet. Die 1. Kohorte enthielt 24 Patientinnen mit einer mehr Heberden- oder Bouchard-betonten Handarthrose: Diagnose gemäß ACR-Kriterien, 50-75 Jahre, postmenopausal, BMI 18-30 kg/m², keine anderen entzündlichen, rheumatischen oder degenerativen Erkrankungen, keine Stoffwechsel-, Nieren- oder Lebererkrankungen, Ausschluss von bestimmten Medikamenten wie z.B. Kortikosteroide. Die 2. Kohorte schloss je 12 prämenopausale, symptomfreie Patientinnen im Alter von 20-30 Jahren und je 12 postmenopausale, symptomfreie Patientinnen im Alter von 50-75 Jahren ein. Die Blutentnahme erfolgte vor und 1, 2, 5, 10, 15, 30, 45, 60 Minuten nach wiederholtem Kraftschluss der Indexhand. Anschließend wurden Röntgenbilder der Indexhand in 2 Ebenen angefertigt und die klinischen Scores (AUSCAN, VAS Schmerz) erhoben. Die Blutproben wurden bei 2000 x g für 10 Minuten zentrifugiert, das Serum anschließend aliquotiert und bei -80°C gelagert. Die Bestimmung der Biomarker (C1, 2C, CPII, COMP, PIIANP, NGAL, sVCAM-1, IL-15) im Serum erfolgte mittels kommerziell erhältlichen ELISA-Kits gemäß Herstellerangaben. Die Röntgenbilder wurden anhand der Bewertungssysteme für Fingerpolyarthrose gemäß Kellgren/ Lawrence sowie Kallman evaluiert. Zur statistischen Auswertung wurden der Wilcoxon Rang-Summen-Test und der H-Test nach Kruskal/Wallis mit anschließendem Dunn's Post-Hoc-Test angewendet.

Ergebnisse und Schlussfolgerungen: Im Serum der OA-Patientinnen konnte erstmals innerhalb der ersten 15 Minuten signifikant (p< 0,005) erhöhte Konzentrationen an CPII, COMP, IL-15, sVCAM-1, NGAL und PIIANP nach Belastung der Hand- und Fingergelenke bestimmt werden. Weiterhin konnten zum ersten Mal signifikante Unterschiede zwischen der Handarthrose-Kohorte und der prä- bzw. postmenopausalen Kontrollgruppe im Serum nach Belastung der Gelenke für PIIANP (p=0.002) und CPII (p=0.009) ermittelt werden. Eine Korrelation mit den klinischen und radiologischen Scores bestand nicht. Die vorliegende explorative Studie ermöglicht die Berechnung von Fallzahlen für zukünftige konfirmatorische Studien, die zeigen werden, inwiefern die hier auf diesem Wege identifizierten Marker zur Diagnose und therapeutischen Verlaufskontrolle insbesondere auch bei frühen Stadien der Handarthrose eingesetzt werden können.