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Deutscher Kongress für Orthopädie und Unfallchirurgie (DKOU 2012)

23.10. - 26.10.2012, Berlin

Radiofrequenz-Kyphoplastie (Dfine) versus konventionellen Ballon-Kyphoplastie (Metronic). Eine prospektive Untersuchung zur Effektivität und Sicherheit

Meeting Abstract

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  • presenting/speaker Andreas Licht - Unfall-, Gelenk und Wirbelsäulenchirurgie, Asklepioskliniken, Kandel, Germany
  • Wolfgang Kramer - Unfall-, Gelenk und Wirbelsäulenchirurgie, Asklepioskliniken, Kandel, Germany

Deutscher Kongress für Orthopädie und Unfallchirurgie (DKOU 2012). Berlin, 23.-26.10.2012. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2012. DocWI46-762

DOI: 10.3205/12dkou252, URN: urn:nbn:de:0183-12dkou2525

Published: October 2, 2012

© 2012 Licht et al.
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Fragestellung: Osteoplastische Verfahren wie die Vertebro- und Kyphoplastie finden breiten Einsatz bei der Versorgung von osteoporotischen Wirbelkörperfrakturen. Der schmerzreduzierende Effekt beider Verfahren liegt bei 80% bis 95% der Patienten. Komplikationen sind ebenfalls für beide hinreichend beschrieben worden. Die Folgen einer Zementleckage ist dabei die wesentlichste Komplikation. Das Risiko der Zementextravasation wird für die VP zwischen 20% und >70%, für die BKP zwischen 4,8% und 39% angegeben. Neue Verfahren zur Behandlung dieser Frakturen müssen nicht nur eine vergleichbare klinische Effektivität aufweisen, sie müsen in Bezug auf die Komplikationen Vorteile erbringen. Die vorliegende konsekutive, prospektive Untersuchung stellt einen Vergleich zwischen den Ergebnissen nach Ballonkyphoplastie (BKP) und der Radiofrequenz-Kyphoplastie (RFK) dar?

Methodik: Es wurden alle Patienten (BKP n=138, 203 Wk, RFK n= 42, 60 Wk) eingeschlossen, die nach einem Bagatelltrauma eine radiologisch nachgewiesene, schmerzhafte Wirbelkörperfraktur hatten. Dabei wurden als frische Frakturen diejenigen definiert, deren Symptombeginn bis 6 Wochen vor der Intervention lag. Länger zurückliegende wurden als ältere Frakturen definiert. Endpunkte waren die subjektive Schmerzeinstufung durch den Patienten (VAS 0-10), die Mobilität und Lebensqualität nach Oswestry-Score, der Grad der erreichten Wiederaufrichtung, und die Komplikationsrate (Extravasatrate, Reoperationen, usw.) Als statistische Methode wurde der Wilcoxon Rangsummentest für nicht-normalverteilte Daten angewendet.

Ergebnisse und Schlussfolgerungen: Präop. fand sich in der BKP Gruppe ein VAS von 7,3±2,3 und in der RFK Gruppe VAS 7,4±1,9. Die Verbesserung lag in der BKP Gruppe mit frischer Fraktur bei 5.4 bzw. bei 3.4 mit alter Fraktur (p<0.0001). RFK-behandelte Patienten mit frischer Fraktur zeigten eine Verbesserung des von 4.9, bei alter Fraktur von 3.9 (p<0.0001).Die durchschnittliche Zement-Extravasatrate der BKP lag bei 18.7% (schwere Komplikationen: unvollständige Paraplegie; pulmonale Zementembolie). Die durchschnittliche Extravasatrate (ohne Komplikationen) betrug in der RFK-Gruppe 10.6%. Die Höhenrekonstruktion durch BKP betrug 6.8 mm. Durch RFK konnte eine Höhenrekonstruktion von 7.0 mm (n.s.)erreicht werden.

Zusammenfassung: Sowohl die konventionelle Ballon-Kyphoplastie als auch Radiofrequenz-Kyphoplastie sind sichere und wirksame Verfahren zur Behandlung von schmerzhaften Wirbelkörperfrakturen. Die RF-Kyphoplastie zeigt gegenüber der herkömmlichen BKP bei Schmerzreduktion und Höhenrekonstruktion vergleichbare Ergebnisse bei gleichzeitig niedrigerer Zementextravasat-und Komplikationsrate. Dies kann auf die hohe Viskosität des Zements zurückgeführt werden. Gerade bei der immer breitere Anwendung osteoplastischer Verfahren ist neben der klinischen Effektivität die Sicherheit des Verfahrens von zunehmender Bedeutung. Hier zeigte die RF-Kyphoplastie noch einmal einen Vorteil gegenüber einem bereits deutlich sicheren Verfahren der BKP.