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Deutscher Kongress für Orthopädie und Unfallchirurgie (DKOU 2012)

23.10. - 26.10.2012, Berlin

Onkochirurgische Ergebnisse extremitätenerhaltender Tumorresektionen im Schultergürtelbereich bei primären Tumoren sowie Metastasen

Meeting Abstract

  • presenting/speaker Claudia Druschel - Charite Universitätsmedizin Berlin, Centrum für Musculoskeletale Chirurgie, Berlin, Germany
  • Ingo Melcher - Charité Universitätsmedizin Berlin, Centrum für Muskuloskeletale Chirurgie, Klinik für Unfall- und Wiederherstellungschirurgie, Berlin, Germany
  • Norbert P. Haas - Univ.-Klinikum Charité, Campus Virchow-Klinikum Berlin, Centrum für Muskuloskeletale Chirurgie, Berlin, Germany
  • Alexander C. Disch - Charité Universitätsmedizin Berlin, Centrum für Muskuloskeletale Chirurgie, Klinik für Unfall- und Wiederherstellungschirurgie, Berlin, Germany
  • Klaus-Dieter Schaser - Charité Universitätsmedizin Berlin, Centrum für Muskuloskeletale Chirurgie, Klinik für Unfall- und Wiederherstellungschirurgie, Berlin, Germany

Deutscher Kongress für Orthopädie und Unfallchirurgie (DKOU 2012). Berlin, 23.-26.10.2012. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2012. DocWI35-835

DOI: 10.3205/12dkou163, URN: urn:nbn:de:0183-12dkou1637

Published: October 2, 2012

© 2012 Druschel et al.
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Fragestellung: Weite Resektionen im Schultergürtelbereich (Tikhoff-Linberg Verfahren) sind aufgrund der komplexen Anatomie, der häufig extrakompartiment. Ausdehnung technisch anspruchsvoll. Ablative Verfahren gehen hier mit massiven Defiziten der körperlichen Integrität einher. Ziel war die retrospektive Analyse der onkochir. Ergebnisse nach weiten Resektionen im Schultergürtelbereich bei primären Tumoren und solitären Metastasen.

Methodik: Zwischen 10/2002–12/2010 erhielten 23 Pat. (w:m=9:14; mitt.Alter 48(11-87)Jahre) eine weite Resektion im Schultergürtelbereich. Histolog. lagen 11 Sarkome, 5 Patienten mit aggressiven benignen Läsionen und 7 solitäre Metastasen vor. Präop. erfolgte bei allen Pat. ein Staging. Bei 12 Pat.wurde eine neoadjuvante Radio-/Chemotherapie durchgeführt. Entsprechend der MSTS-Klassif. wurde bei 7 Pat. als S1, bei 4 Pat.als S2 in 1 Pat. als S12, in 1 Pat als S4, in 5 Pat. eine S34, bei 1 Pat. eine S234 und bei 4 Pat. eine S1234 Resektion vorgenommen. Eine endoprothet. Defektrekonstruktion erfolgte nur bei 6 Pat.,mittels isoliertem Anbindungsschlauch in 2 Pat. Desweiteren führten wir 1 Zementaugmentation, 1 Schraubenosteosynthese und 1 Plattenosteosynthese durch. Bei 12 Patienten erfolgte eine Weichteilrekonstruktion/ muskuläre Nahtrefixation des Pectoralis-, Deltamuskel am Trevira-Anbindungsschlauch und lateralen Klavikula. Die mittlere OP-Dauer betrug 141 Min.

Ergebnisse und Schlussfolgerungen: Es zeigten sich 13 weite und 6 marginale Resektionsränder. Bei 4 Pat. konnte bei Ummauerung der Plexusanteile nur eine R1 Resektion erreicht werden. Gefäßresektionen/-ersatz sowie angrenzende Thoraxwandresektion erfolgten nicht. In je 7 Pat war eine postop. Radiatio und adjuvante Chemotherapie nötig. Revisionspflichtige Komplikationen traten in 2 Pat. bei Wundheilungsstörungen auf. Bei 2 Pat. kam es zu sensomotor. Defiziten infolge onkologisch geplanter Nervenresektionen. Bei einem mittl. Follow-up von 22 (range: 2–93) Monaten traten Lokalrezidive in 5 Pat. (davon initial 2 marginale/3 weite/1 intraläsionale Resektion) nach 12,6 (range:3–35) Monaten auf. Pulmonale Metastasen wurden bei 7 Pat. nach 5 Monaten (1–10) beobachtet. 8 Pat. verstarben (5 Sarkome, 3 solit. Metastasen) tumorbedingt nach 11 (range: 2–24) Monaten. 6 Patienten gelten als alive with disease.

Die modifiz.Tikhoff-Linberg-Resektion ist eine anspruchsvolle OP-Technik mit der bei niedriger Komplikationsrate suffiziente onkologische Resektionen erzielt werden. Extrakompart. Tumormanifestationen erfordern eine konsequente Erweiterung der Resektionsgrenzen (Gefäße, Thoraxwand) mit konsekutiver Rekonstruktion. Marginale Resektionen (plexusnaher Tumor erhöhen das Lokalrezidivrisiko und sollten nachbestrahlt werden. Bei akzeptabler lokaler Kontrolle muss die system. Tumorkontrolle durch multimodale Therapien optimiert werden.