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Deutscher Kongress für Orthopädie und Unfallchirurgie (DKOU 2012)

23.10. - 26.10.2012, Berlin

Die Rolle von Gelenkpunktionen zur Diagnostik von Infektpersistenz beim zweizeitigen Endoprothesenwechsel

Meeting Abstract

  • presenting/speaker Dino Georg Schulz - UKM, Orthopädie, Münster, Germany
  • Ralf Dieckmann - UKM, Orthopädie, Münster, Germany
  • Georg Gosheger - UKM, Orthopädie, Münster, Germany
  • Kiriakos Daniilidis - UKM, Orthopädie, Münster, Germany
  • Christoph König - UKM, Orthopädie, Münster, Germany
  • Steffen Höll - UKM, Orthopädie, Münster, Germany

Deutscher Kongress für Orthopädie und Unfallchirurgie (DKOU 2012). Berlin, 23.-26.10.2012. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2012. DocWI31-1351

DOI: 10.3205/12dkou131, URN: urn:nbn:de:0183-12dkou1313

Published: October 2, 2012

© 2012 Schulz et al.
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Fragestellung: Die Diagnostik von periprothetischen Infektionen ist trotz Entdeckung neuer Infektparameter immer noch eine Herausforderung. Insbesondere bleibt die Infektpersistenzdiagnostik bei liegendem Spacer beim zweizeitigen Prothesenwechsel ein Problem.

Die Rolle von diagnostischen Gelenkpunktionen bei liegendem Spacern zur Diagnostik von Infektpersistenz sollte in dieser Arbeit analysiert werden.

Methodik: 134 Patienten mit periprothtetischer Infektion einer Hüft- oder Kniegelenkprothese, die zwischen August 2007 und März 2010 einen zweizeitigen Prothesenwechsel erhielten wurden retrospektiv in diese Studie eingeschlossen.

Es wurden bei allen Patienten mindestens 14 Tage nach Absetzen der Antibiose und mindestens 14 Tage vor Replantation einer Knie oder Hüftprothese eine Gelenkpunktion durchgeführt.

Die Leukozytenanzahl sowie die mikrobiologische Bebrütung im Aspirat wurden untersucht und mit den Gewebeproben, die während der Replantation gewonnen wurden verglichen, um die Aussagekraft der Punktion bezüglich einer Infektpersistenz zu beurteilen.

Ergebnisse und Schlussfolgerungen: 18% der Punktionen zeigten ein falsch negatives Ergebnis, das heisst in den Gewebeproben der Replantationsoperation konnten trotz negativem mikrobiologischem Befund der Punktion Keime nachgewiesen werden.

16% der Punktionen blieben sicca und ein Viertel dieser Patienten hatten ebenfalls ein positives Ergebnis der mikrobiologischen intraoperativen Probe der Replantation.

Nur 2% von allen Punktionen zeigten einen positiven Keimnachweis und 64% zeigten ein korrekt negatives Ergebnis.

Schlussfolgerung: Gelenkpunktionen sind nicht in der Lage eine persistierende Infektion im Rahmen eines zweizeitigen Prothesenwechsels zuverlässig nachzuweisen. Ein Einfluss des Spacers muss hier diskutiert werden.

Es müssen weitere Tests und Diagnostika entwickelt werden, um eine persistierende Infektion im Rahmen eines zweizeitigen Prothesenwechsels nachzuweisen, um das Gesamtergebnis des zweizeitigen Endoprothesenwechsels zu verbessern.