gms | German Medical Science

Deutscher Kongress für Orthopädie und Unfallchirurgie (DKOU 2012)

23.10. - 26.10.2012, Berlin

Transplantation nach stumpfem Lebertrauma: eine therapeutische Option oder "Organverschwendung"?

Meeting Abstract

  • presenting/speaker Matthias Heuer - Universitätsklinikum Essen, Klinik für Allgemein-, Viszeral-, und Transplantationschirurgie, Essen, Germany
  • Gernot Kaiser - Universitätsklinikum Essen, Klinik für Allgemein- und Transplantationschirurgie, Essen, Germany
  • Sven Lendemans - Universitätsklinikum Essen, Klinik für Unfallchirurgie, Essen, Germany
  • S. Vernadakis - Universitätsklinikum Essen, Klinik für Allgemein- und Transplantationschirurgie, Essen, Germany
  • J.W. Treckmann - Universitätsklinikum Essen, Klinik für Allgemein- und Transplantationschirurgie, Essen, Germany
  • Andreas Paul - Universitätsklinikum Essen, Klinik für Allgemein- und Transplantationschirurgie, Essen, Germany

Deutscher Kongress für Orthopädie und Unfallchirurgie (DKOU 2012). Berlin, 23.-26.10.2012. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2012. DocWI29-1269

DOI: 10.3205/12dkou123, URN: urn:nbn:de:0183-12dkou1237

Published: October 2, 2012

© 2012 Heuer et al.
This is an Open Access article distributed under the terms of the Creative Commons Attribution License (http://creativecommons.org/licenses/by-nc-nd/3.0/deed.en). You are free: to Share – to copy, distribute and transmit the work, provided the original author and source are credited.


Outline

Text

Fragestellung: Traumatische Leberverletzungen stellen eine seltene Indikation zur Transplantation dar. Hauptsächlich werden sie bei nicht zu kontrollierenden Blutungen und wegen resultierender Leberinsuffizienz durchgeführt. Allerdings wird die Lebertransplantation in diesen Fällen aufgrund von schlechten Ergebnissen auch als Organverschwendung erachtet. Eindeutige Daten hierzu fehlen allerdings. Diese Studie dient der Darstellung unserer Erfahrung und kritischen Beleuchtung der aufgrund eines Traumas lebertransplantierten Patienten.

Methodik: Alle 1.529, an unserem Zentrum zwischen September 1987 und Dezember 2008, durchgeführten Lebertransplantationen wurden retrospektiv analysiert. 6 Transplantationen bei 4 Patienten wurden aufgrund von Verkehrsunfällen und daraus resultierenden, nicht zu kontrollierenden Blutungen durchgeführt. Der perioperative Verlauf sowie das Outcome wurden bei diesen Patienten untersucht.

Ergebnisse und Schlussfolgerungen: 5 Lebertransplantationen (4 Voll- und 1 Split-Organ) sowie 1 Transplantation nach Lebendspende (rechter Leberlappen) wurden durchgeführt. Der mediane GCS-Score war 9/15; der mediane MELD-Score 15. Bei 3 Patienten wurde postoperativ eine Komplikation festgestellt, 2 Patienten wurden re-operiert. Nach einem mittleren Follow-up von 32,95 (10,3–55,6) Monaten haben 2 Patienten überlebt und sind unter eingestellter Immunsuppression in guter Verfassung.

Die Lebertransplantation stellt bei anderweitig nicht zu kontrollierenden Blutungen nach Trauma eine lebensrettende Maßnahme dar und sollte nach individueller Indikationsstellung bei einem derartigen Patientengut durchgeführt werden.