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Deutscher Kongress für Orthopädie und Unfallchirurgie
74. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Unfallchirurgie
96. Tagung der Deutschen Gesellschaft für Orthopädie und Orthopädische Chirurgie
51. Tagung des Berufsverbandes der Fachärzte für Orthopädie und Unfallchirurgie

26. - 29.10.2010, Berlin

Untersuchung der Expression von Progesteronrezeptor A und B und Estrogenrezeptor α und β in humanen Osteosarkomzellen

Meeting Abstract

  • J. Tübel - TU München, Klinikum rechts der Isar, Klinik für Orthopädie und Unfallchirurgie, München, Germany
  • B. Saldamli - TU München, Klinikum rechts der Isar, Klinik für Orthopädie und Unfallchirurgie, München, Germany
  • C. Marthen - TU München, Klinikum rechts der Isar, Klinik für Orthopädie und Unfallchirurgie, München, Germany
  • R. Burgkart - TU München, Klinikum rechts der Isar, Klinik für Orthopädie und Unfallchirurgie, München, Germany
  • U. Jeschke - LMU München, Frauenklinik Maistrasse, Campus Innenstadt, München, Germany
  • R. Gradinger - TU München, Klinikum rechts der Isar, Klinik für Orthopädie und Unfallchirurgie, München, Germany

Deutscher Kongress für Orthopädie und Unfallchirurgie. 74. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Unfallchirurgie, 96. Tagung der Deutschen Gesellschaft für Orthopädie und Orthopädische Chirurgie, 51. Tagung des Berufsverbandes der Fachärzte für Orthopädie. Berlin, 26.-29.10.2010. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2010. DocPO20-586

DOI: 10.3205/10dkou649, URN: urn:nbn:de:0183-10dkou6495

Published: October 21, 2010

© 2010 Tübel et al.
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Fragestellung: Die Steroidhormone Estradiol (E) und Progesteron (P) sind bekannt für ihre Wirkungen auf den Knochenstoffwechsel. Diese Hormone können die Zielzellen durch Bindung und Aktivierung an den Estrogenrezeptor (ER) bzw. Progesteronrezeptor (PR) regulieren. ER und PR gehören zu der Gruppe der „Ligand-depentend transcription factors“ und docken an die Kontrollregionen von spezifischen Genelementen, wo sie Koaktivatoren oder Korepressoren rekrutieren und schließlich die Genexpression modulieren. Auf diese Art und Weise können E und P die Proliferation, Differenzierung und Apoptose von Knochenzellen beeinflussen.

Osteosarkomzelllinien, wie SAOS-2 dienen oft als in vitro Modell für Untersuchungen der physiologischen und pathologischen Prozesse im Knochen. Bisher liegen jedoch nur wenige, dazu kontroverse Daten über die Expression von ER und PR vor. Ziel der Studie war es, ein Schema der exprimierten Rezeptoren in SAOS-2 Zellen mit und ohne Stimulierung mit E und P zu erstellen.

Methodik: Adhärente SAOS-2 Zellen wurden auf Objektträgern in E- bzw. P haltigem DMEM 24 h inkubiert. Für die Stimulation wurden die Hormonkonzentrationen 0.1, 1, 10, 100 und 500 nmol gewählt. Unstimulierte SAOS-2 Zellen erhielten nur DMEM. Als Positivkontrolle dienten unstimulierte Ishikawazellen (Tumorzellen, die beide Isoformen von ER und PR exprimieren). Mittels Immunhistochemie wurde die Expression von ERα, ERβ, PR-A und PR-B analysiert. Die Auswertung erfolgte semiquantitativ.

Ergebnisse und Schlussfolgerungen: Die unstimulierten SAOS-2 Zellen exprimierten ERα, ERβ und PR-A, jedoch nicht PR-B. Nach Stimulation mit E bzw. P in den Konzentrationen 0.1 nmol bis 100 nmol blieb die Expression von ERα, ERβ und PR-A gleichermaßen stark. Sowohl E und P in der- 500 nmol Konzentration führte zu einem Anstieg (von 80 auf 95%) der ER-β positiven Zellen. Der Rezeptor PR-B war wiederum bei allen Konzentrationen nicht nachweisbar.

Mit dieser in vitro Studie konnte das Expressionsmuster von ERα, ERβ, PR-A und PR-B in SAOS-2 Zellen dargestellt werden. Eine Hochregulierung des ERβ-Rezeptors nach Stimulation mit E und P in der Konzentration von 500nmol wurde nachgewiesen. Damit scheint der ERβ für diese Art von Zellen sowohl von E als auch P regulierbar zu sein. Der bisher kontrovers beschriebene PR-B konnte in unserer Studie nicht detektiert werden. Zudem war dieser Rezeptor weder mit E noch mit P induzierbar. Die hier gewonnenen Erkenntnisse stellen eine wichtige Grundlage für Untersuchungen von E- und P-gesteuerten Prozessen in osteoblastären Zellen dar. Die Ergebnisse sind weiterhin die Basis für Untersuchungen, die zeigen sollen, inwiefern E und P in die Proliferation und Differenzierung von Osteosarkomzellen eingreifen.