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21. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Thoraxchirurgie

Deutsche Gesellschaft für Thoraxchirurgie

27.09.-29.09.2012, Karlsruhe

Seltener Fall eines Pleuraempyems, verursacht durch eine Gastropleurale Fistel nach Magenbanding

Meeting Abstract

  • Antal Wolfard - Ro-Med, Klinikum Rosenheim, Klinik für Allgemein, Gefäß- und Thoraxchirurgie, Rosenheim
  • Johannes Müller - Ro-Med, Klinikum Rosenheim, Klinik für Allgemein, Gefäß- und Thoraxchirurgie, Rosenheim
  • Christoph Knothe - Ro-Med, Klinikum Rosenheim, Institut für Anästhesiologie u. Operative Intensivmedizin, Rosenheim
  • Thomas Beck - Ro-Med, Klinikum Rosenheim, Klinik für Gynäkologie und Geburtshilfe, Rosenheim
  • Stephan Budweiser - Ro-Med, Klinikum Rosenheim, Medizinische Klinik III, Rosenheim
  • Peter Wagner - Ro-Med, Klinikum Rosenheim, Klinik für Allgemein, Gefäß- und Thoraxchirurgie, Rosenheim

Deutsche Gesellschaft für Thoraxchirurgie. 21. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Thoraxchirurgie. Karlsruhe, 27.-29.09.2012. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2012. DocPO 1.5

DOI: 10.3205/12dgt57, URN: urn:nbn:de:0183-12dgt573

Published: September 17, 2012

© 2012 Wolfard et al.
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Zielsetzung: Wir demonstrieren einen seltenen Fall von Pleuraempyem, das durch eine Gastropleurale Fistel verursacht wurde, in Folge eines dislozierten Magenbandes das zu Nekrose des Fundus führte.

Methode/Fallvorstellung: Auf unsere Klinik wurde eine 30-jährige Patientin, in der 31. Woche der Schwangerschaft aufgenommen. Anamnestisch hatte sie eine Magenbanding-Operation vor zwei Jahren. Seit zwei Wochen hatte sie Fieber, Atemnot und linksseitigen Pleuraerguss. In einer ausländischen Klinik wurde die Diagnose eines Pleuraempyems festgestellt, es wurde eine Thoraxdrainage gelegt and mit antibiotischer Behandlung begonnen, die Lunge hat sich aber unter der Thoraxsaugdrainage-Behandlung nicht ausgedehnt. Wir planten eine Dekortikation um die septische Erkrankung zu behandeln. Vorerst wurde noch eine Gastroskopie durchgeführt, um eine Gastropleurale Fistel auszuschliessen. Bei der Untersuchung konnte man jedoch die Perforation des Fundus bestätigen, das Gastroskop landete direkt in der Empyemhöhle, so dass man die Notwendigkeit eines Zweihöhlen-Eingriffs feststellen musste. Da die Patientin weder respiratorische Insuffizienz, noch abdominelle Beschwerden hatte, konnten wir bis zur Ende der 32. Schwangerschaftswoche warten, dann wurde eine geplante Sectio durchgeführt, und ein gesundes Kind geboren. Danach wurde als weiterführende Diagnostik ein Thorax und Abdomen CT veranlasst; diese konnten ein typisches Pleuraempyem und die Dislokation des Bandes feststellen.

Ergebnis: Die Patientin wurde laparotomiert, das dislozierte Band entfernt und das nekrotische Teil des Fundus reseziert. Da noch nekrotische Areale, die durch das Zwerchfell ins Thorax perforiert und dort festgeklebt waren noch vorhanden waren, wurde die Operation sofort mit einer linksseitigen Thorakotomie fortgesetzt, das Zwerchfelldefekt wurde vernäht und die Lunge offen dekortiziert. Der postoperative Verlauf war unauffällig, die Patientin konnte, zusammen mit ihrem Sohn das Klinikum am 17. postoperativen Tag verlassen.

Schlussfolgerung: Wir stellen einen extrem selteren Fall von Pleuraempyem vor, das wegen der Dislokation eines Magenbandes, und Teilnekrose des Magenfundus durch eine gastropleurale Fistel entstanden ist. Unser Fall demonstriert die Wichtigkeit der guten Zusammenarbeit von Viszeral-, und Thoraxchirurgen, Intensivmedizinern, Gynäkologen, Gastroenterologen und Pneumonologen um den besten Behandlungskonzept aufzubauen, und damit sowohl das Kind, als auch die Patientin richtig zu behandeln.