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20. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Thoraxchirurgie

Deutsche Gesellschaft für Thoraxchirurgie

22.09. bis 24.09.2011, Düsseldorf-Kaiserswerth

Funktionelle Ergebnisse nach Brustwandstabilisation mit einem neuen schraubenlosen Osteosynthesesystem

Meeting Abstract

  • Feras AL-Shaharabani - Universitätsspital Basel, Klinik für Thoraxchirurgie, Basel, Schweiz
  • Pablo Moreno de la Santa - POVISA Hospital, Klinik für Thoraxchirurgie, VIGO, Spanien
  • Jens Bremerich - Universitätsspital Basel, Klinik für Radiologie, Basel, Schweiz
  • Michael Tamm - Universitätsspital Basel, Klinik für Pneumologie, Basel, Schweiz
  • Didier Lardinois - Universitätsspital Basel, Klinik für Thoraxchirurgie, Basel, Schweiz

Deutsche Gesellschaft für Thoraxchirurgie. 20. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Thoraxchirurgie. Düsseldorf, 22.-24.09.2011. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2011. DocPO 1.17

DOI: 10.3205/11dgt67, URN: urn:nbn:de:0183-11dgt674

Published: September 19, 2011

© 2011 AL-Shaharabani et al.
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Hintergrund: Die Behandlung des instabilen Thorax wird kontrovers diskutiert. Es existieren keine randomisierten Studien, die die chirurgische mit der konservativen Therapie vergleichen. Das Ziel dieser prospektiven Studie ist die Beurteilung der Brustwandstabilität und der Lungenfunktion bei Patienten nach Brustwandstabilisierung mit einem neuen schraubenlosen Osteosynthesesystem (ASTRATOS, MedXpert. Germany).

Methode: Zwischen 01/2008 und 06/2011 wurde bei 80 Patienten (65 Männer,15 Frauen) mit einem Durchschnittsalter von 54 Jahren (22–88) eine Brustwandstabilisierung durchgeführt. Indikationen waren antero-laterale Flail Chest und dislozierte Rippenfrakturen mit Brustwandschrumpfung. Titan Rippenklammern wurden an den stabilen Teilen der frakturierten Rippen fixiert und mit Titanplatten miteinander verbunden. 6 Monate postoperativ erfolgte eine klinische Untersuchung, eine Lungenfunktionsprüfung und eine dynamische Beurteilung der Brustwandbeweglichkeit mittels Cine MRT.

Ergebnisse: 42 (52,2%) der Patienten hatten diverse Begleitverletzungen am Kopf, am Abdomen, an den Extremitäten und an der Wirbelsäule. Die durchschnittliche Anzahl der stabilisierten Rippen war 4,17 (2–9). Das durchschnittliche Zeitintervall zwischen Aufnahme und Operation betrug 5,4 Tage (1–14). Die mittlere postoperative Extubationszeit war 6 Tage (1–62). Im Verlauf wurden keine Plattendislokationen beobachtet. Aufgrund von lokalen Infektionen mussten im Verlauf bei 2 (2,5%) Patienten die Platten entfernt werden. Die Mortalitätsrate lag bei 1,25% (1 Patient). Die Lungenfunktionsuntersuchungen nach 6 Monaten ergaben keine Restriktion. Der Durchschnittswert der gemessenen Vitalkapazität (VC) war 86,1%. Eine Cine MRT-Untersuchung wurde in 35 Patienten durchgeführt. Bei 32 (91,4) Patienten zeigte die MRT–Untersuchung eine uneingeschränkte symmetrische Brutwandbeweglichkeit. Bei 3 (8,6%) Patienten zeigte die MRT-Untersuchung eine leichte Beweglichkeitseinschränkung auf der operierten Seite.

Schlussfolgerung: Die Ergebnisse dieser Studie deuten daraufhin, dass bei selektionierten Patienten eine schwere Brustwandinstabilität mit begleitender respiratorischer Insuffizienz wirksam mit dem schraubenlosen Osteosynthesesystem stabilisiert werden Kann. Eine zeitnahe Wiederherstellung der Thoraxintegrität und der respiratorischen Pumpfunktion verhindert eine restriktionsbedingte Lungendysfunktion.