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20. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Thoraxchirurgie

Deutsche Gesellschaft für Thoraxchirurgie

22.09. bis 24.09.2011, Düsseldorf-Kaiserswerth

Rekonstruktion der tiefen posttraumatischen Trachealstenose unter einer miniaturisierten veno-venösen Lung-Assist-System-Unterstützung – Kasuistik eines erfolgreichen Managements

Meeting Abstract

  • Arpad Pereszlenyi - Vivantes Neukölln, Klinik für Thoraxchirurgie, Berlin
  • Rene Lars Morgen - Vivantes Neukölln, Klinik für Thoraxchirurgie, Berlin
  • Julianne Straßburg - Vivantes Neukölln, Klinik für Thoraxchirurgie, Berlin
  • Julia Kress - Vivantes Neukölln, Klinik für Thoraxchirurgie, Berlin
  • Stephan Sklenar - Vivantes Neukölln, Klinik für Thoraxchirurgie, Berlin
  • Anja Thieme - Vivantes Neukölln, Klinik für Anästhesie, operative Intensivmedizin und Schmerz, Berlin
  • Herwig Gerlach - Vivantes Neukölln, Klinik für Anästhesie, operative Intensivmedizin und Schmerz, Berlin
  • Stephan Eggeling - Vivantes Neukölln, Klinik für Thoraxchirurgie, Berlin

Deutsche Gesellschaft für Thoraxchirurgie. 20. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Thoraxchirurgie. Düsseldorf, 22.-24.09.2011. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2011. DocFO 1.12

DOI: 10.3205/11dgt39, URN: urn:nbn:de:0183-11dgt399

Published: September 19, 2011

© 2011 Pereszlenyi et al.
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Zielsetzung: Unser Ziel war es durch die intraoperative Anwendung eines veno-venösen miniaturisierten Lung-Assist-Systems (iLA Activve, Firma Novalung GmbH, Heilbronn) die Oxygenierung und Decarboxylierung des Patienten zu sichern und dadurch die chirurgische Prozedur bei thorakaler Trachealresektion zu optimieren.

Methode: 61-jähriger Patient nach Verkehrsunfall vor mehreren Monaten wurde akut mit expiratorischem Stridor in unsere Klinik verlegt. Im CT sowie BSK hat sich eine tief liegende Trachealstenose ca. 2 cm oberhalb der Hauptkarina bestätigt. Für die optimale chirurgische Versorgung und intraoperative Unterstützung der pulmonalen sowie kardiozirkulären Systeme wurde die Operation mit Unterstützung eines miniaturisierten veno-venösen Lung-Assist-System durchgeführt. Das iLA Activve System wurde präoperativ in der Patienteneinleitung durch venovenöse Kanülierung installiert. Das iLA Activve System beinhaltet eine diagonale Zentrifugalpumpe und den iLA Membranventilator (1.3 m2 Gasaustauschfläche).

Ergebnis: Das iLA Activve System wurde komplikationslos intraoperativ mit Blutflüssen im Bereich 2,1+0,3 L/min, und einem Gasfluss von 5,0+1 L/min betrieben. Darunter war der Patient jederzeit normokapnisch und normoxämisch (SaO2>95%). Bis zur Eröffnung der Trachea erfolgte bereits eine quasi statische Beatmung (PCV, superimposed HFJV, Tidalvolumen 4 ml/kg IBW, Af 4 /min). Nach Eröffnung und Intubation der distalen Trachea dann Weiterführung mit reiner HFJV. Der Patient ist nun 2 Mo nach dem Eingriff (zirkuläre Trachearesektion mit end-to-end Anastomose) mit komplett ausgeheilter Trachea-Anastomose stabil täglich übt er seine Arbeit wieder aus.

Schlussfolgerung: Das Konzept der intraoperativen Anwendung eines venovenösen miniaturisierten Lung-Assist- Systems zur Trachealresektion hat sich als sicher und effektiv gezeigt. Dieser neue Therapieansatz ermöglichte uns, die Operation ohne Unterbrechungen durchzuführen, was zu einer deutlichen Reduktion der OP-Zeit führte. Dies erscheint auch aus Kosteneffizienz-Gründen vielversprechend.