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20. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Thoraxchirurgie

Deutsche Gesellschaft für Thoraxchirurgie

22.09. bis 24.09.2011, Düsseldorf-Kaiserswerth

Management und chirurgische Versorgung von penetrierenden Thoraxtraumata

Meeting Abstract

  • Benedetta Bedetti - Klinik und Poliklinik für Thorax-, Herz und Gefäßchirurgie, Thoraxchirurgie, Münster
  • Joachim Schmidt - Klinik und Poliklinik für Thorax-, Herz und Gefäßchirurgie, Thoraxchirurgie, Münster
  • Bassam Redwan - Klinik und Poliklinik für Thorax-, Herz und Gefäßchirurgie, Thoraxchirurgie, Münster
  • Karsten Wiebe - Klinik und Poliklinik für Thorax-, Herz und Gefäßchirurgie, Thoraxchirurgie, Münster

Deutsche Gesellschaft für Thoraxchirurgie. 20. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Thoraxchirurgie. Düsseldorf, 22.-24.09.2011. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2011. DocHS 1.9

DOI: 10.3205/11dgt03, URN: urn:nbn:de:0183-11dgt034

Published: September 19, 2011

© 2011 Bedetti et al.
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Hintergrund: Nur etwa 10% aller Thoraxtraumata sind offene Verletzungen. Während bei den stumpfen Traumata oft nach Drainagenanlage weitere konservative Behandlungsstrategien erfolgreich sind, müssen die offenen und insbesondere die penetrierende Verletzungen chirurgisch versorgt werden. Hierbei entscheiden interdisziplinäres Schockraummanagement und die rasche operative Versorgung über das Outcome.

Fallbeschreibungen: Innerhalb von 2 Monaten wurden in unserer Klinik 2 Arbeitsunfällen mit penetrierenden Durchstanzungs-verletzungen des Thorax operativ behandelt. Im ersten Fall wurde ein junger Mann kreislaufstabil, mit in situ befindlichem Einschuss eines ca. 8 cm langen Metallbolzens von dorsal paravertebral in den linken oberen Hemithorax in den SR eingeliefert. Die Notfalldiagnostik zeigte die vollständige Lage des Bolzens im linken Oberlappen. Beim zweiten Fall wurde ein junger Mann kreislaufstabil, intubiert und beatmet nach vollständiger dorso-ventraler Durchstanzung des linken oberen Hemithorax durch einen ca. 7cm durchmessenden Maschienenstempel eingeliefert. Es bestand eine vollständige Destruktion der dorsalen und ventralen Anteile der 1.-6. Rippen links und eine Zerreißung des Oberlappens. Beide Patienten waren präklinisch mit Thoraxdrainagen versorgt worden und bei beiden Patienten bestand in der Schockraumdiagnostik kein Hinweis für weitere kritische Organverletzungen. Somit erfolgte jeweils eine umgehende anterolaterale Thorakotomie und Exploration des Thorax. Im ersten Fall konnte der Bolzen der vollständig in den Oberlappen eingedrungen war extrahiert und die die Ein- und Austrittsstellen übernäht werden. Der Patient konnte noch am selben Tag extubiert werden und nach kurzer Rekonvaleszenz die Klinik verlassen. Im zweiten Fall erfolgte die atypische Resektion der destruierten Lungenspitze, die Blutstillung aus der Thoraxwand, die Extraktion der multiplen Rippensequester und der mehrschichtige plastische Wundverschluss im Bereich der dorsalen und ventralen Ein- und Austrittswunde. Der Patient wurde 2 Tage nachbeatmet und musste 10 Tage postoperativ nochmals bei apikal nachgelaufenem Hämatom revidiert werden. Anschließend erfolgte eine regelhafte Rekonvaleszenz. Beide Patienten konnten inzwischen ihre Arbeitstätigkeit wieder aufnehmen.

Schlussfolgerungen: Offene bzw. penetrierende Thoraxverletzungen sind dramatische Verletzungsbilder mit einer hohen Mortalität (>50%). Hier gilt ein entsprechendes aggressives operatives Management. Neben der Fremdkörperentfernung und Dekontamination des Brustkorbes kann nur so auch abschließend das wirkliche Ausmaß der Verletzung beurteilt werden.