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18. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Thoraxchirurgie

Deutsche Gesellschaft für Thoraxchirurgie

08.10. bis 10.10.2009, Augsburg

Nachweis von einzelnen disseminierten Tumorzellen in mediastinoskopisch und mittels endobronchialem Ultraschall mit Biopsie gewonnenen Lymphknotenproben in Patienten mit Verdacht auf Lungenkarzinom

Meeting Abstract

  • Beatrix Cucuruz - Chirurgische Universitätsklinik, Universitätsklinikum, Thoraxchirurgie, Freiburg
  • Sebastian Dango - Chirurgische Universitätsklinik, Universitätsklinikum, Thoraxchirurgie, Freiburg
  • Marie Follo - Universitätsklinikum Freiburg, Thoraxchirurgie, Freiburg
  • Simone Brabletz - Universitätsklinikum Freiburg, Thoraxchirurgie, Freiburg
  • Ulli Wellner - Universitätsklinikum Freiburg, Thoraxchirurgie, Freiburg
  • Mirjam Elze - Chirurgische Universitätsklinik, Universitätsklinikum, Thoraxchirurgie, Freiburg
  • Wulf Sienel - Chirurgische Universitätsklinik, Universitätsklinikum, Thoraxchirurgie, Freiburg
  • Christoph Klein - Universität Regensburg, Thoraxchirurgie, Freiburg
  • Thomas Brabletz - Universitätsklinikum Freiburg, Thoraxchirurgie, Freiburg
  • Bernward Passlick - Chirurgische Universitätsklinik, Universitätsklinikum, Thoraxchirurgie, Freiburg

Deutsche Gesellschaft für Thoraxchirurgie. 18. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Thoraxchirurgie. Augsburg, 08.-10.10.2009. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2009. DocFO1.7

DOI: 10.3205/09dgt54, URN: urn:nbn:de:0183-09dgt548

Published: November 20, 2009

© 2009 Cucuruz et al.
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Einleitung: Die Untersuchung mediastinaler Lymphknotenvergrößerungen mittels des endobronchialen Ultraschalls mit transbronchialer Punktion (EBUS-TBNA) hat bei Patienten mit einem Lungenkarzinom einen Stellenwert. Der Nachweis von disseminierten Tumorzellen (DTC) mittels molekularer Methoden könnte die Sensitivität und das Staging verbessern. Das Ziel dieser Studie war es, eine quantitative Methode zum molekularen Nachweis von DTCs in Lymphknotenproben von Patienten mit Verdacht auf Lungenkarzinom zu etablieren.

Patienten und Methodik: Wir verglichen die Ergebnisse nach EBUS-TBNA (n=58 Patienten, 86 Proben) mit den Ergebnissen nach Mediastinoskopie (n=22 Patienten, 37 Proben) in zwei unabhängige Kohorten von Lungenkarzinompatienten. Elf Patienten (14 Proben) wurden mit beiden Methoden untersucht. Patienten mit gutartigen Lungenerkrankungen dienten als Kontrolle für EBUS-TBNA (n=20 Patienten, 28 Proben) und Mediastinoskopie (n=6 Patienten, 8 Proben). Die Studie wurde von der Ethik-Kommission Freiburg mit einem positiven Votum beurteilt und alle Patienten haben eine schriftliche Einwilligungserklärung vorgelegt. Die Quantitative Analyse wurden mittels real-time PCR für die Cytokeratin 19 (CK19) und MAGE-A (MAGE A 1-6 und MAGE 12) durchgeführt.

Ergebnisse: Nach EBUS-TBNA konnte CK19 mRNA in 84/86 (98%) Proben nachgewiesen werden, in der Kontrollgruppe in 28/28 (100%). Im Vergleich dazu war CK19 mRNA nach Mediastinoskopie nur in 16/37 (43%) Proben positiv, während in den Kontrollen keine CK19 mRNA Expression nachweisbar war (0/8). Die MAGE-A Expression war nach EBUS-TBNA in 42/86 (49%) positiv, nach Mediastinoskopie in 13/37 (35%). In den Kontrollproben nach EBUS-TBNA war MAGE-A in 3/28 (11%) nachweisbar, in den Kontrollproben nach Mediastinoskopie in 1/8 (12%). Eine hohe MAGE Expression korreliert mit einem fortgeschrittenen Tumorstadium.

Diskussion und Schlussfolgerung: Da eine CK19 Expression in allen Kontrollproben nach EBUS-TBNA, aber nicht nach Mediastinoskopie nachweisbar war, schlussfolgern wir, dass CK19 als Marker für disseminierte Tumorzellen in EBUS-Proben nicht geeignet ist. Eine mögliche Erklärung ist die Kontamination der Proben durch bronchiale Epithelzellen während der Feinnadelpunktion. MAGE-A zeigte sich als viel versprechender Marker für disseminierte Tumorzellen in Lymphknotenproben von Patienten mit Verdacht auf ein Lungenkarzinom.