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18. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Thoraxchirurgie

Deutsche Gesellschaft für Thoraxchirurgie

08.10. bis 10.10.2009, Augsburg

Videoassistierte Technik der Zwerchfellraffung

Meeting Abstract

  • Waldemar Schreiner - Universitätsklinikum, Thoraxchirurgische Abteilung, Erlangen
  • Sebastian Kellner - Universitätsklinikum, Thoraxchirurgische Abteilung, Erlangen
  • Manuela Hanika - Universitätsklinikum, Thoraxchirurgische Abteilung, Erlangen
  • Horia Sirbu - Universitätsklinikum, Thoraxchirurgische Abteilung, Erlangen

Deutsche Gesellschaft für Thoraxchirurgie. 18. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Thoraxchirurgie. Augsburg, 08.-10.10.2009. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2009. DocHS7.3

DOI: 10.3205/09dgt42, URN: urn:nbn:de:0183-09dgt428

Published: November 20, 2009

© 2009 Schreiner et al.
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Zielsetzung: Obwohl die videothorakoskopische Technik einen kosmetischen Vorteil hat, bietet sie nicht immer ausreichende Sicherheit und optimale Übersicht. Deswegen wird der Zugang in ungünstigen Fällen durch zusätzliche Inzisionen ergänzt. Die videoassistierten Techniken verwenden häufig den posterolateralen Zugang. Wir haben eine minimal-invasive videoassistierte Technik entwickelt, welche die Sicherheit und relative Schmerzfreiheit unter der Reduktion des Operationstraumas verbindet.

Methode: Im Zeitraum 2005–2007 wurde in 6 Fällen eine Zwerchfellraffung (4 idiopathisch, 2 postoperativ) durchgeführt. Die Technik wird in Seitenlage unter Verwendung der Doppellumenintubation vorgenommen. Zunächst wird eine 10 mm lange Inzision unmittelbar an der Scapulaspitze angelegt. Dieser Zugang wird als Kameraport verwendet und bietet optimale Übersichtverhältnisse über die vorliegende Zwerchfellpathologie. Als Arbeitskanal wird dann ein etwa 4cm muskelsparender, anterolateraler Zugang im Bereich des 6. ICR angelegt. Hier wird ein Soft Tissue Retractor (Fa. Cardiovations) eingeführt und dadurch der Arbeitskanal offen gehalten. Dies ermöglicht uns den bewussten Verzicht auf Einsatz eines Rippenspreizers. Nach der orientierenden Thorakoskopie wird der zu raffende Anteil des Centrum tendineums definiert. Die U-förmig von medial nach lateral angelegten Nähte werden unter der Videoassistenz mit Hilfe eines speziellen Knotenschiebers (Fa. Aeskulap) geknotet. Anschliessend erfolgt eine Kontrolle der Zwerchfellraffung mittels Videothorakoskopie.

Ergebnisse: Die mittlere Op-Dauer betrug 55±9 min. Die mittlere Verweildauer lag bei 4±0,8 Tagen postoperativ. Die Lungenfunktion (FEV1) konnte im Durchschnitt um 19±3 % verbessert werden. Es wurden keine Komplikationen beobachtet. Keine Revisionseingriffe wurden durchgeführt. Das Schmerzniveau lag unter der oralen Schmerzmedikation bei 3,3±0,8 entsprechend der Schmerzskala.

Schlussfolgerung: Die videoassistierten Operationen stellen einen Standard zur operativen Korrektur des Zwerchfellhochstandes dar. Unsere minimal-invasive Technik bietet eine optimale Übersicht der vorliegenden Zwerchfellpathologie.