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18. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Thoraxchirurgie

Deutsche Gesellschaft für Thoraxchirurgie

08.10. bis 10.10.2009, Augsburg

ECMO Unterstützung bei erweiterten thoraxchirurgischen Eingriffen

Meeting Abstract

  • György Lang - Universitätsklinik für Chirurgie, MUW, Klinische Abteilung für Herz-Thoraxchirurgie, Wien, Österreich
  • Bernhard Moser - Universitätsklinik für Chirurgie, MUW, Klinische Abteilung für Herz-Thoraxchirurgie, Wien, Österreich
  • Mir Ali Reza Hoda - Universitätsklinik für Chirurgie, MUW, Klinische Abteilung für Herz-Thoraxchirurgie, Wien, Österreich
  • Gabriel Martha - Universitätsklinik für Chirurgie, MUW, Klinische Abteilung für Herz-Thoraxchirurgie, Wien, Österreich
  • Clemens Aigner - Universitätsklinik für Chirurgie, MUW, Klinische Abteilung für Herz-Thoraxchirurgie, Wien, Österreich
  • Shahrokh Taghavi - Universitätsklinik für Chirurgie, MUW, Klinische Abteilung für Herz-Thoraxchirurgie, Wien, Österreich
  • Walter Klepetko - Universitätsklinik für Chirurgie, MUW, Klinische Abteilung für Herz-Thoraxchirurgie, Wien, Österreich

Deutsche Gesellschaft für Thoraxchirurgie. 18. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Thoraxchirurgie. Augsburg, 08.-10.10.2009. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2009. DocHS7.2

DOI: 10.3205/09dgt41, URN: urn:nbn:de:0183-09dgt418

Published: November 20, 2009

© 2009 Lang et al.
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Zielsetzung: Für erweiterte Lungenresektionen und komplexe tracheo-bronchiale Rekonstruktionen ist die kardio-respiratorische Unterstützung mit der Herz-Lungenmaschine (HLM) ein etabliertes Verfahren. Aus unserer extensiven Erfahrung mit der extrakorporalen Membran-Oxygenierung (ECMO) bei Lungentransplantationen hervorgehend haben wir diese Unterstützungsform bei selektierten Indikationen auch für allgemein-thoraxchirurgische Eingriffe eingeführt.

Methode: Alle Patienten, die in unserer Institution mit allgemein-thoraxchirurgischer Indikation zwischen Mai 2001 und Januar 2009 unter ECMO Unterstützung operiert worden sind, wurden retrospektiv analysiert.

Ergebnis: Erweiterte Eingriffe unter ECMO Unterstützung wurden bei insgesamt 9 Patienten (3 weibliche und 6 männliche, medianes Alter 55 Jahre) durchgeführt. Die Kanülierung erfolgte teilweise zentral (n=4), teilweise peripher (n=5). In zwei Fällen erfolgte der ECMO Einbau unter notfallmäßigen Bedingungen bei lebensgefährlicher tracheo-bronchialer Verletzung und wurde auch nach der operativen Versorgung in die postoperative Periode prolongiert. In den weiteren sieben Fällen handelte es sich um elektive Eingriffe bei Bronchuskarzinomen. Die ECMO Unterstützung wurde verwendet bei Pneumonektomie links mit Thoraxwand- und Aortenresektion (n=1), für isolierte Carinaresektionen (n=3), für Carinaresektion mit Reinsertion des linken Hauptbronchus in die Trachea (n=1), für Carinaresektion mit oberer Bilobektomie und Reinsertion des rechten Unterlappens in den linken Hauptbronchus (n=1) und bei Sleeve-Pneumonektomie mit zentraler Resektion der linken Pulmonalarterie (n=1). Kein Patient verstarb innerhalb der ersten 30 postoperativen Tage.

Schlussfolgerung: Unsere Erfahrung zeigt, dass die ECMO Unterstützung anstatt der HLM ein sicheres Verfahren darstellt. Die Vermeidung einer Cross-Table Beatmung verbessert die Übersicht und die Präzision im OP-Gebiet. Das geschlossene System der ECMO reduziert das Risiko der Verstreuung von Tumorzellen aus dem Operationsfeld. Durch Wegfall der Vollheparinisierung kann Blutungskomplikationen vorgebeugt werden. Die Unterstützung mit ECMO kann auch in die postoperative Periode verlängert werden.