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18. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Thoraxchirurgie

Deutsche Gesellschaft für Thoraxchirurgie

08.10. bis 10.10.2009, Augsburg

Wanderchirurgie der Top-Spezialisten – Sinn und Notwendigkeit

Meeting Abstract

  • Jens C. Rückert - Charité – Universitätsmedizin Berlin, Campus Mitte, Klinik für Allgemein-, Visceral-, Gefäß- und Thoraxchirurgie, Berlin
  • M. Ismail - Charité – Universitätsmedizin Berlin, Campus Mitte, Klinik für Allgemein-, Visceral-, Gefäß- und Thoraxchirurgie, Berlin
  • M. Swierzy - Charité – Universitätsmedizin Berlin, Campus Mitte, Klinik für Allgemein-, Visceral-, Gefäß- und Thoraxchirurgie, Berlin
  • B. Rau - Charité – Universitätsmedizin Berlin, Campus Mitte, Klinik für Allgemein-, Visceral-, Gefäß- und Thoraxchirurgie, Berlin
  • J. Neudecker - Charité – Universitätsmedizin Berlin, Campus Mitte, Klinik für Allgemein-, Visceral-, Gefäß- und Thoraxchirurgie, Berlin
  • J. I. Gregor - Charité – Universitätsmedizin Berlin, Campus Mitte, Klinik für Allgemein-, Visceral-, Gefäß- und Thoraxchirurgie, Berlin
  • J. M. Müller - Charité – Universitätsmedizin Berlin, Campus Mitte, Klinik für Allgemein-, Visceral-, Gefäß- und Thoraxchirurgie, Berlin

Deutsche Gesellschaft für Thoraxchirurgie. 18. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Thoraxchirurgie. Augsburg, 08.-10.10.2009. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2009. DocHS6.5

DOI: 10.3205/09dgt34, URN: urn:nbn:de:0183-09dgt343

Published: November 20, 2009

© 2009 Rückert et al.
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Einleitung: Die zukünftige Orientierung der Patienten in der Medizin wird durch zahlreiche gesundheitspolitische Entscheidungen und Regelungen beeinflußt. Die Spezialisierung schreitet weltweit in allen Bereichen der Medizin und insbesondere in der operativen Medizin weiter fort. Das jüngste Beispiel ist die Entwicklung von NOTES. In Fragen der Ausbildung des medizinischen Nachwuchses besteht ein erkennbares Defizit. Neue verpflichtende Dienstsysteme sind in diesem Zusammenhang besonders in den operativen Fächern problematisch.

Material und Methoden: In einer historischen Betrachtung wird die Entwicklung der operativen Medizin mit Blick auf die optimale Verbindung von adäquatem Arzt und seinem Patienten untersucht. Es erfolgt eine Analyse der derzeitigen üblichen Varianten, Spezialausbildung zu organisieren. Es wird aufgezeigt, die Patienten derzeit zu Spezialbehandlungen gelangen. Was sind die Limits für ubiquitär vorhandene Spezialbehandlungen? Das Beispiel der robotergestützten Chirugie wird in diesem Zusammenhang analysiert.

Ergebnisse: Eine der historischen Wurzeln der Chirurgie war die Wanderchirurgie. Die persönliche Weitergabe von chirurgischer Erfahrung war wie auch die Verteilung chirurgischer Leistungen waren sowohl durch Weg zum Spezialisten als auch durch Besuch des Patienten etabliert. Heute dominieren Hochleistungsmedizin mit trägergebundenem Wettbewerb für Spezialleistungen. Finanzielle Limits verhindern die Ausstattung jeder Einrichtung mit teurer Technik.

Schlussfolgerung: Voraussetzung für die zukünftige effektive Spezialtherapie ist die Patientenorientiertheit. Chirurgische Selbstlosigkeit ohne Eitelkeit sorgt für persönliche Ausbildung von weiteren Top-Spezialisten. Teure Technik wie etwa ein da Vinci-System könnte zukünftig trägerübergreifend angeschafft und nach Belegsystem sinnreich genutzt werden. Dies erfordert ein Umdenken mit Neuorientierung auf chirurgische Grundqualitäten seitens aller Elemente der Logistik im Gesundheitswesen. Damit könnte ein kostenbewußter Einsatz von Spezialbehandlungen ermöglicht werden. Diese Form wäre eine sinnreiche Synthese von beiden Wanderungsrichtungen, indem sich Patient und Top-Spezialist bei der voll ausgelasteten Spezialeinrichtung treffen.