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18. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Thoraxchirurgie

Deutsche Gesellschaft für Thoraxchirurgie

08.10. bis 10.10.2009, Augsburg

Biokompatibilität und Einwachsverhalten verschiedener Alloplastics

Meeting Abstract

  • Christian Kühn - Medizinische Hochschule Hannover, Klinik für Herz-, Thorax-, Transplantations- und Gefäßchirurgie, Hannover
  • Anneke Loos - Bioverträglichkeitslabor BioMedimplant, Klinik für Herz-, Thorax-, Transplantations- und Gefäßchirurgie, Hannover
  • Jutta Fuhlrott - Bioverträglichkeitslabor BioMedimplant, Klinik für Herz-, Thorax-, Transplantations- und Gefäßchirurgie, Hannover
  • Bakr Mashaqi - Medizinische Hochschule Hannover, Klinik für Herz-, Thorax-, Transplantations- und Gefäßchirurgie, Hannover
  • Patrick Zardo - Medizinische Hochschule Hannover, Klinik für Herz-, Thorax-, Transplantations- und Gefäßchirurgie, Hannover
  • Eveline Sowa-Söhle - Bioverträglichkeitslabor BioMedimplant, Klinik für Herz-, Thorax-, Transplantations- und Gefäßchirurgie, Hannover
  • Axel Haverich - Medizinische Hochschule Hannover, Klinik für Herz-, Thorax-, Transplantations- und Gefäßchirurgie, Hannover
  • Stefan Fischer - Medizinische Hochschule Hannover, Klinik für Herz-, Thorax-, Transplantations- und Gefäßchirurgie, Hannover

Deutsche Gesellschaft für Thoraxchirurgie. 18. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Thoraxchirurgie. Augsburg, 08.-10.10.2009. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2009. DocHS3.2

DOI: 10.3205/09dgt18, URN: urn:nbn:de:0183-09dgt189

Published: November 20, 2009

© 2009 Kühn et al.
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Zielsetzung: In dieser in-vitro Studie wurden verschiedene synthetische (Vypro (Vy), Vicryl (Vi), Goretex (Go), Premilene (Pr), Peri-Guard (PG), Parietene (Pa)) und biologische (Veritas Collagen Matrix (VCM), Parietek Composite (PC), Permacol (Pe)) Materialien für einen Thoraxwandersatz bezüglich Biokompatibilität und bakterieller Adhäsion untersucht.

Methode: Zur Bestimmung der direkten und indirekten zytotoxischen Wirkung wurden die Proben für 3 Tage direkt bzw. als Extrakt (nach ISO 10993-12) mit humanen dermalen Fibroblasten (NHDF, Promocell) inkubiert und anschließend die Vitalität (Vit.) und die Proliferation (Prol.) der Zellen untersucht. Die bakterielle Besiedelung wurde nach 24h Inkubation der Proben mit Staphylococcus epidermidis (1x106/ml), Reinigung im Ultraschall-Bad, Ausplattieren und Auszählen der Bakterienkolonien bestimmt.

Ergebnis: Im direkten Kontakt mit den Zellen stellte sich Pe als das bioverträglichste Material (Vit. 102,2±9,7%, Prol. 124,3±3,9%; Kontrollzellen =100%) heraus. Gering zytotoxisch waren VCM bzw. PC (Vit. 92,3±28,6%, Prol. 76,4±23,9% bzw. 58,5±2,5%, 78,9±27,4%). Alle übrigen Materialien wirkten stark zytotoxisch (Vit. und Prol. <40%). Die Extrakte der verschiedenen Materialien zeigten mit Ausnahme von Vy (9,2±9,0% der Vit. von Kontrollzellen) keinen negativen Einfluss auf die Vitalität der NHDF. Die Proliferation der Zellen wurden durch die Extrakte verschieden stark reduziert (Vy: 51,4±14,0%; Vi: 45,3±4,6%; Go: 75,7±19,5%; Pr: 34,1±7,6%; PG: 49,6±2,9%; VCM: 64,6±6,7%; PC: 28,7±21,8%; Pa: 17,9±7,6%; Pe: 66,6±9,1%). Die Adhäsion von Staph. Epidermidis an den Materialproben zeigte deutliche Unterschiede [log(KBE/ml)]: Vy: 6,39; Go: 3,93; Pr: 3,94; PG: 4,86; VCM: 5,59; PC: 4,1; Pa: 3,82; Pe: 6,78.

Schlussfolgerung: Hinsichtlich Proliferation und Vitalität von NHDF zeigen die biologischen Materialien eine bessere Biovertäglichkeit. Verminderte Vitalität ließ sich auf die. Interaktion zwischen Zelle und Material, eine gesenkte Proliferation auch auf herauslösbare Substanzen zurück führen. Eine toxische Wirkung auf Fibroblasten kann erstrebenswert sein, um z.B. eine übermäßige Narbenbildung zu vermeiden. Die Materialien werden deshalb an weiteren Zelltypen getestet. Bezüglich der Adhäsion von Staph. epidermidis zeigt sich vorerst kein Vorteil der biologischen Materialien, weitere grampositive und -negative Bakterien sowie Pilze sollen untersucht werden.