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18. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Thoraxchirurgie

Deutsche Gesellschaft für Thoraxchirurgie

08.10. bis 10.10.2009, Augsburg

Tumorlets, typische und atypische Karzinoide des Bronchialsystems im Langzeitverlauf

Meeting Abstract

  • Michael Lindner - Asklepios Fachkliniken München Gauting, Thoraxchirurgische Zentrum, München-Gauting
  • Michael Neuberger - Asklepios Fachkliniken München Gauting, Thoraxchirurgische Zentrum, München-Gauting
  • Stefan Schleindl - Asklepios Fachkliniken München- Gauting, Thoraxchirurgische Zentrum, München-Gauting
  • Alicia Morresi-Hauf - Asklepios Fachkliniken München- Gauting, Thoraxchirurgische Zentrum, München-Gauting
  • Hauke Winter - Asklepios Fachkliniken München Gauting, Thoraxchirurgische Zentrum, München-Gauting
  • Rudolf Hatz - Asklepios Fachkliniken München Gauting, Thoraxchirurgische Zentrum, München-Gauting

Deutsche Gesellschaft für Thoraxchirurgie. 18. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Thoraxchirurgie. Augsburg, 08.-10.10.2009. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2009. DocHS1.2

DOI: 10.3205/09dgt02, URN: urn:nbn:de:0183-09dgt027

Published: November 20, 2009

© 2009 Lindner et al.
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Text

Zielsetzung: Bronchiale Karzinoide sind als Tumorentität im Wechselspiel zwischen interventioneller Bronchologie und aggressivem chirurgischen Management. Die Kriterien der Klassifikation, der radiologischen Einstufung, der therapeutischen Intervention und der klinischen Beobachtung über einen Langzeitverlauf sind aufgrund von kleinen publizierten Fallzahlen in Kohortenstudien nur bedingt anwendbar.

Methode: Von Jänner 1984 – Dezember 2006 konnten an der Klinik für Thoraxchirurgie in München-Gauting 147 Patienten mit einem typischen oder atypischen Karzinoid diagnostiziert werden. Die radiologische Diagnostik mit Thorax- CT wurde komplettiert mit bronchoskopischer Biopsie. Ektopische Hormonproduktion im Sinne eines Carcinoid-Syndroms trat in 1,4% und ein Cushing-Syndrom in 0,8% unserer Patienten auf. Bei Verlegung des Bronchus wurde mit teilweiser Laserabtragung der Kanal eröffnet und nach Ausheilung der Retentionspneumonie erfolgte die chirurgische Resektion mit radikaler Lymphadenektomie. Die histologische Aufarbeitung erfolgte nach dem Mitoseindex und mittels immunhistochemischer Marker ( Ki-67).

Bei Lymphknotenbefall wurde mittels Octreoidscan eine weiterführende Erkrankung eingegrenzt. Das Follow-up wurde mit einer Patientenbefragung komplettiert.

Ergebnis: Die Auswertung unserer Patienten erfolgte nach folgenden Kriterien:

1.
Gibt es Vorteile für eine präoperative Rekanalistion?
2.
Ist eine parenchymsparende Resektion auf Segmentebene vertretbar?
3.
Reicht ein Lk- Sampling oder ist eine Lymphadenektomie notwendig?
4.
Gibt es immunhistochemische Kriterien als Prognosefaktor?
5.
Ist im Follow-up ein Octroidscan notwendig?
6.
Welche adjuvante Therapie ist möglich ?

Schlussfolgerung: Die Einreihung von Karzinoiden in die Gruppe von neuroendokrinen Tumoren (NET) verlangt ein standardiertes Vorgehen und ein über Jahrzente reichende Nachuntersuchung um diese Tumorentität prognostisch besser einordnen zu können.