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16. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Thoraxchirurgie

Deutsche Gesellschaft für Thoraxchirurgie

04.10. - 06.10.2007, Konstanz

Die Bedeutung der postoperativen Pneumonie nach lungenresezierenden Eingriffen im Alter

Meeting Abstract

  • Andreas Kirschbaum - Universitätsklinik Freiburg, Thoraxchirurgie, Freiburg
  • Christine Schopf - Bundeswehrkrankenhaus, Chirurgie, Ulm
  • Wulf Sienel - Universitätsklinik Freiburg, Thoraxchirurgie, Freiburg
  • Bernward Passlick - Universitätsklinik Freiburg, Thoraxchirurgie, Freiburg

Deutsche Gesellschaft für Thoraxchirurgie. 16. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Thoraxchirurgie. Konstanz, 04.-06.10.2007. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2010. Doc07dgtV18

DOI: 10.3205/07dgt49, URN: urn:nbn:de:0183-07dgt497

Published: March 22, 2010

© 2010 Kirschbaum et al.
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Zielsetzung: Trotz medizinischer Fortschritte bleibt die Morbidität und Mortalität nach lungenresezierenden Operationen im Alter hoch. Eine operationsbedingte Letalität wird in der Literatur bis zu 21% angegeben. Welche Komplikationen diese hohe Rate gerade in der Altersthoraxchirurgie verursachen und welche Risikofaktoren bestehen, bleibt unklar. Dieser Frage möchten wir anhand unserer Daten nachgehen.

Methodik: Die lungenresezierenden Operationen des Zeitraumes 2002 bis 2005 aller Patienten über 70 Jahre mit Lungenkarzinom wurden retrospektiv analysiert. Als mögliche, die Komplikationen verursachenden Faktoren wurden das Alter bei Operation, das Geschlecht, das Tumorstadium, die Nikotinabhängigkeit, die FEV1(%), der ASA-Status, die Art der durchgeführten Operation, die Operationsdauer und der intraoperative Blutverlust berücksichtigt. Die Schwere der Begleiterkrankungen wurden durch die Berechnung des Carlson Comorbiditätsindex, sowie des Kaplan-Feinstein Index abgeschätzt.

Ergebnis: 168 Patienten (38 Frauen/130 Männer) über 70 Jahre wurden in dem oben genannten Zeitraum an einem Lungenkarzinom operiert. Postoperative Komplikationen traten bei 19,5% (n=33) auf. Mit 8,9% (n=15) war das Auftreten einer Pneumonie mit respiratorischer Partialinsuffizienz die häufigste Komplikation. 8,9% (n=15) aller Operierten verstarben innerhalb von 30 Tagen nach dem Eingriff. Von den 15 Patienten, die postoperativ eine Pneumonie entwickelten, verstarben 8 (53,3%) an einem progredienten Lungenversagen. Die Kombination aus Alter, FEV1% und Art der Operation war signifikant (p<0,05) in einer univariaten Regressionsanalyse für das Auftreten einer postoperativen Pneumonie.

Schlussfolgerung: Die häufigste Komplikation nach lungenresezierenden Eingriffen beim älteren Patienten ist die Pneumonie. Diese ist mit einer hohen Mortalität verbunden. Eine intensive atemgymnastische Vorbereitung vor einer geplanten Operation, eine kontinuierliche postoperative Atemgymnastik und Frühmobilisation muss trotz vorliegender Comorbiditäten gefordert werden. Bei älteren Patienten mit grenzwertiger, nicht verbesserungsfähiger Lungenfunktion sollte die Operationsindikation eher zurückhaltend gestellt werden.