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16. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Thoraxchirurgie

Deutsche Gesellschaft für Thoraxchirurgie

04.10. - 06.10.2007, Konstanz

Erweiterte Resektion eines monströsen neuroendokrinen Karzinoms des Thymus

Meeting Abstract

  • Stefan Guth - Diakoniekrankenhaus Rotenburg, Klinik für Allgemein-, Viszeral-, Thorax- und Gefäßchirurgie, Rotenburg
  • Christian Strube - Diakoniekrankenhaus Rotenburg, Klinik für Allgemein-, Viszeral-, Thorax- und Gefäßchirurgie, Rotenburg
  • Gerhard Lehrbach - Diakoniekrankenhaus Rotenburg, Klinik für Anästhesiologie und Intensivmedizin, Rotenburg
  • Tom Schaberg - Diakoniekrankenhaus Rotenburg, Klinik für Pneumologie, Rotenburg
  • Iris Bittmann - Diakoniekrankenhaus Rotenburg, Klinik für Pathologie, Rotenburg
  • Hans-Fred Weiser - Diakoniekrankenhaus Rotenburg, Klinik für Allgemein-, Viszeral-, Thorax- und Gefäßchirurgie, Rotenburg

Deutsche Gesellschaft für Thoraxchirurgie. 16. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Thoraxchirurgie. Konstanz, 04.-06.10.2007. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2010. Doc07dgtP12

DOI: 10.3205/07dgt12, URN: urn:nbn:de:0183-07dgt123

Published: March 22, 2010

© 2010 Guth et al.
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Zielsetzung: Neuroendokrine Karzinome sind äußerst seltene Tumore des Thymus. Sie treten zum Teil in Form multipler neuroendokriner Neoplasien (MEN 1) auf. Wir berichten über einen ausgedehnten Tumor der erweitert reseziert wurde.

Methodik: Ein 48-jähriger Mann wurde im Juli 2006 aufgrund einer seit einer Woche zunehmenden Dyspnoe stationär aufgenommen. Klinisch imponierte ein ventral abgeschwächtes Atemgeräusch und eine obere Einflussstauung. Die Röntgen- und CT-Untersuchung des Thorax zeigten einen monströsen mediastinalen Tumor (19x17 cm) mit Verdrängung des Herzen und erheblichen Perikard- und Pleuraergüssen. Eine Stanzbiopsie ergab den Hinweis auf einen neuroendokrinen Tumor.

Ergebnis: Präoperativ wurde ein sehr hoher Wert für Chromogranin-A gemessen. Bei dem Patienten erfolgte über eine erweiterte Sternotomie mit rechtsseitiger anterolateraler Thorakotomie die en bloc Resektion des Tumors unter Einschluss der V. cava superior, die durch eine ringverstärkte PTFE-Prothese ersetzt wurde sowie eine Lymphadenektomie. Das Resektat wog 1850 g. Die Histopathologie ergab ein metastasiertes hochdifferenziertes neuroendokrines Karzinom des Thymus (pT3, N2, Mx, R0, G1; Masaoka IVb).

Der Pat. konnte am 2. postoperativen Tag extubiert und nach unkompliziertem Verlauf am 19. postoperativen Tag entlassen werden. Eine adjuvante Therapie wurde von dem Patienten abgelehnt.

9 Monate postoperativ befindet sich der Patient in einem guten Allgemeinzustand bei normalem Chromogranin-A Wert.

Schlussfolgerung: Hochdifferenzierte neuroendokrine Karzinome des Thymus sind langsamwachsende maligne Tumore, die oft erhebliche Größenausdehnungen erreichen bevor Symptome auftreten. Trotz ernster Prognose ist ein Langzeitüberleben nach radikaler Resektion möglich.