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49. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Plastische und Wiederherstellungschirurgie (DGPW)

Deutsche Gesellschaft für Plastische und Wiederherstellungschirurgie e. V.

06.10.-08.10.2011, Ulm

Transanale Rekonstruktion des Rektums nach PPH-Staplerokklusion

Meeting Abstract

  • corresponding author Jan Scheele - Universitätsklinik Ulm, Allgemein-, Viszeral- und Transplantationschirurgie, Ulm
  • Marko Kornmann - Universitätsklinik Ulm, Allgemein-, Viszeral- und Transplantationschirurgie, Ulm
  • Doris Henne-Bruns - Universitätsklinik Ulm, Allgemein-, Viszeral- und Transplantationschirurgie, Ulm

Deutsche Gesellschaft für Plastische und Wiederherstellungschirurgie. 49. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Plastische und Wiederherstellungschirurgie (DGPW). Ulm, 06.-08.10.2011. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2011. Doc11dgpw088

DOI: 10.3205/11dgpw088, URN: urn:nbn:de:0183-11dgpw0882

Published: December 7, 2011

© 2011 Scheele et al.
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Fragestellung: Komplikationen bei Staplerhämorrhoidopexie nach Longo sind selten, aber häufig schwerwiegend. Eine bisher kaum dokumentierte Rarität ist die Okklusion des Rektums durch den PPH-Stapler. Die Rekonstruktion der Passage stellt eine Herausforderung für den Chirurgen dar, sollen langwierige oder dauerhafte Beeinträchtigungen (Resektion, permanente Stomaanlage) vermieden werden.

Methoden: Ein 48-jähriger Patient wurde uns notfallmäßig mit dem Verdacht auf iatrogenen Rektumverschluss nach Longo-OP zuverlegt. Die Anamnese ergab ein langjähriges Hämorrhoidalleiden sowie bekannten Rektumprolaps. In der Prokto-Rektoskopie bestätigte sich eine komplette Okklusion des Rektums durch die Klammernaht bei 6 cm ab ano. Die anschließende CT zeigte keine freie intraabdominelle Luft/Flüssigkeit oder lokale Abszessbildung.

Ergebnisse: Mutmaßlich wurde der PPH-Stapler im Blindsack des Rektumprolaps fehlplatziert. Bei drohendem mechanischen Ileus legten wir zur Entlastung umgehend ein doppelläufiges Sigmoidostoma laparoskopisch an. Wenige Tage später erfolgte die operative Rekanalisierung und Rekonstruktion des Rektums durch transanalen Eingriff. Mittels intraoperativer Endoskopie über den abführenden Stomaschenkel wurde diaphanoskopisch die kürzeste Distanz des Verschlusses lokalisiert und das Lumen im Rendez-vous-Verfahren durch Entfernung der Klammern vollumfänglich wiedereröffnet. Die defekte Rektumwand wurde mit Einzelknopfnähten PDS 3.0 zirkulär rekonstruiert. Der postoperative Verlauf gestaltete sich in jeder Hinsicht unkompliziert. Prokto-rektoskopische Kontrollen zeigten eine unauffällige Passage, was die Rückverlagerung des Sigmoidostomas knapp 3 Monate später erlaubte.

Schlussfolgerung: Voraussetzung für die komplette Okklusion des Rektums bei Longo-OP ist eine via falsa der Staplernaht. Hier wird sie durch den Rektumprolaps vorgegeben und mit der Tabacksbeutelnaht manifest. Bei frischer Läsion und fehlenden Sepsis-/Peritonitiszeichen ist die transanale Rekonstruktion der physiologischen Passage unter Stomaschutz erfolgversprechend und resezierenden Verfahren vorzuziehen.