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49. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Plastische und Wiederherstellungschirurgie (DGPW)

Deutsche Gesellschaft für Plastische und Wiederherstellungschirurgie e. V.

06.10.-08.10.2011, Ulm

Möglichkeiten und Grenzen der Rekonstruktion im Mund-, Kiefer- und Gesichtsbereich

Meeting Abstract

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  • corresponding author Nils-Claudius Gellrich - Medizinische Hochschule Hannover, Klinik und Poliklinik für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie, Hannover

Deutsche Gesellschaft für Plastische und Wiederherstellungschirurgie. 49. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Plastische und Wiederherstellungschirurgie (DGPW). Ulm, 06.-08.10.2011. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2011. Doc11dgpw026

DOI: 10.3205/11dgpw026, URN: urn:nbn:de:0183-11dgpw0265

Published: December 7, 2011

© 2011 Gellrich.
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Das komplexe Zusammenspiel von Hart- und Weichgewebe sowohl im Hinblick auf mechanische Belastung als auch mit der Anforderung, hohen ästhetischen Ansprüchen zu genügen, stellt eine große Herausforderung für den Chirurgen dar. Während historisch gesehen die fachliche Weiterentwicklung innerhalb der MKG-Chirurgie sich darauf konzentrierte, einen biologisch-adäquaten Gewebetransfer zum Beispiel durch autogene Lappenplastiken zu ermöglichen, liegt heute der Fokus moderner Planungen und Therapien zur Rekonstruktion im Mund-, Kiefer- und Gesichtsbereich auf einer originalgetreuen Rückwärtsplanung, die sich aus einem virtuellen Bauplan in eine operative Realität umsetzen lässt. Dafür ist die Etablierung komplexer digitaler Workflows erforderlich gewesen, die bei bestehenden Deformitäten im Mund-, Kiefer- und Gesichtsbereich die virtuelle Rekonstruktion erlauben, um daraus neben dem virtuellen ein reales Modell und aus diesem wieder ein reales Implantat in der Gestalt so zu erstellen, das eine originalgetreue Stützstruktur im Stande ist, mechanischen Notwendigkeiten und ästhetischen Ansprüchen zu genügen. Der Erfolg dieser Technologieentwicklung basiert jedoch auf einem suffizienten Zusammenspiel von vaskularisiertem Weich- und Hartgewebe, ein allgemeingültiges chirurgisches Grundprinzip. Während die Formgebung für autogenes vaskularisiertes Hartgewebe nicht immer den komplexen anatomischen Ansprüchen genügen kann, geht die Entwicklung forschungsseitig zur Präfabrikation vaskularisierter bioartifizieller Hartgewebestrukturen im autogenen Kreislauf des Patienten selber.

Gegenstand der Präsentation ist es, das komplexe Spannungsfeld von forschungsseitig gewünschter Automatisierung und chirurgischer Umsetzbarkeit darzustellen. Die Zukunft der Rekonstruktion im Mund-, Kiefer- und Gesichtsbereich ist zunehmend auf den Einsatz patientenspezifischer Implantate zur Rekonstruktion von fehlenden Gesichtsanteilen angewiesen, jedoch sollte das Ziel der Problemlösung vorrangig im autogenen Kreislauf gesucht werden. Insbesondere wird der Einsatz der computer-assistierten Planung und Chirurgie demonstriert – hier verfügt die Arbeitsgruppe über Erfahrung an bereits mehr als 750 operierten Patienten.