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49. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Plastische und Wiederherstellungschirurgie (DGPW)

Deutsche Gesellschaft für Plastische und Wiederherstellungschirurgie e. V.

06.10.-08.10.2011, Ulm

Synkope mit Sturz auf Weizenbierglas

Meeting Abstract

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  • corresponding author Anna Cucera - Universitätsklinikum Ulm, Augenklinik, Ulm
  • Susanne Butros - Universitätsklinikum Ulm, Augenklinik, Ulm
  • Gerhard K. Lang - Universitätsklinikum Ulm, Augenklinik, Ulm
  • Peter Wagner - Universitätsklinikum Ulm, Augenklinik, Ulm

Deutsche Gesellschaft für Plastische und Wiederherstellungschirurgie. 49. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Plastische und Wiederherstellungschirurgie (DGPW). Ulm, 06.-08.10.2011. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2011. Doc11dgpw013

DOI: 10.3205/11dgpw013, URN: urn:nbn:de:0183-11dgpw0138

Published: December 7, 2011

© 2011 Cucera et al.
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Anamnese: Zuweisung eines 34-jähringen Patienten mit Z. n. Synkope und Sturz auf ein Weizenbierglas und mehrfachen Augenlidverletzungen sowie Verletzung des Auges.

Aufnahmebefund: Bei der Erstuntersuchung im Dezember 2010 zeigte sich eine Risswunde am Oberlid und eine klaffende Unterlidrisswunde mit starker Lidschwellung und Einblutung. Am rechten Auge fand sich eine massive Einblutung sowie eine durchgreifende Verletzung des Augapfels. Der Patient konnte nur Lichtschein, keine Handbewegungen wahrnehmen.

Es wurde eine Computertomographie durchgeführt zur Beurteilung ob sich Fremdkörper (Glassplitter) im Auge befinden um eine operative Versorgung einzuleiten. Die Augenlinse konnte nicht abgegrenzt werden.

Hierbei zeigten sich Fremdkörper im rechten Oberlid und in der Augenhöhle. Durch die Verletzung des Augenhöhlendaches ist auch ein Fremdkörper in das Gehirn gedrungen gewesen.

Die operative Versorgung des Patienten erfolgte notfallmäßig in Zusammenarbeit mit den Neurochirurgen. Die Glassplitter wurden sowohl aus dem Oberlid und aus der Augenhöhle als auch aus dem Gehirn entfernt. Das Auge selbst wurde ebenfalls durch eine Naht der Lederhaut genäht und somit abgedichtet. Das Ober- und das Unterlid wurden genäht.

Während der Operation konnte die eigene Linse im rechten Auge nicht gefunden werden.

Aufgrund der starken Einblutung ins Auge wurde 5 Tage später eine erneute Operation durchgeführt. Hierbei wurde das Blut aus dem Auge und der Glaskörper entfernt. Als Ersatz für den Glaskörper wurde Silikonöl eingefüllt. Während der Operation wurde eine Verletzung der Regenbogenhaut festgestellt. Diese wurde ebenfalls genäht.

Im Januar 2011 wurde eine Netzhautablösung am Auge festgestellt, so dass der Patient erneut operiert werden musste. Es wurde eine Cerclage (Band um das Auge) aufgenäht zur Entlastung der Netzhaut und es wurde erneut Silikonöl in das Auge eingefüllt.

2 Monate später zeigte sich eine erneute Netzhautablösung verursacht durch eine Narbenbildung. Es erfolgte erneut eine Operation bei der die Narbenstränge entfernt wurde und die Netzhaut durch Silikonöl wieder angedrückt wurde.

Das Sehen ist derzeit (ohne Linse) bei 0,1 (10%) und die Netzhaut ist anliegend.

Schlussfolgerung: Trotz schwerster Verletzung und fraglicher Rettungsmöglichkeit des Auges wurde bei dem Patienten alles versucht um das Auge zu erhalten. Der Patient hat nun nach mehrmaligen Operationen das Auge behalten können und wieder ein Sehvermögen zurückgewonnen.