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49. Jahrestagung der Österreichischen Gesellschaft für Plastische, Ästhetische und Rekonstruktive Chirurgie (ÖGPÄRC), 42. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft der Plastischen, Rekonstruktiven und Ästhetischen Chirurgen e. V. (DGPRÄC), 16. Jahrestagung der Vereinigung der Deutschen Ästhetisch-Plastischen Chirurgen e. V. (VDÄPC)

29.09. - 01.10.2011, Innsbruck

Einfluss semi-okklusiver Wundauflagen auf die frühe Phase der Wundheilung – zelluläre und molekulare Veränderungen im Rattenmodell

Meeting Abstract

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  • author Oliver Kloeters - BG-Unfallklinik Ludwigshafen, Klinik für Hand-, Plastische und Rekonstruktive Chirurgie, Plastische und Handchirurgie der Universität Heidelberg, Ludwigshafen am Rhein
  • Marcus Lehnhardt - BG-Unfallklinik Ludwigshafen, Klinik für Hand-, Plastische und Rekonstruktive Chirurgie, Plastische und Handchirurgie der Universität Heidelberg, Ludwigshafen am Rhein
  • Thomas A. Mustoe - Northwestern University, Woundhealing Laboratory, Dept. of Plastic and Reconstructive Surgery, Chicago, IL, USA

Österreichische Gesellschaft für Plastische, Ästhetische und Rekonstruktive Chirurgie. Deutsche Gesellschaft der Plastischen, Rekonstruktiven und Ästhetischen Chirurgen. Vereinigung der Deutschen Ästhetisch-Plastischen Chirurgen. 49. Jahrestagung der Österreichischen Gesellschaft für Plastische, Ästhetische und Rekonstruktive Chirurgie (ÖGPÄRC), 42. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft der Plastischen, Rekonstruktiven und Ästhetischen Chirurgen (DGPRÄC), 16. Jahrestagung der Vereinigung der Deutschen Ästhetisch-Plastischen Chirurgen (VDÄPC). Innsbruck, 29.09.-01.10.2011. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2011. Doc11dgpraecP157

DOI: 10.3205/11dgpraec341, URN: urn:nbn:de:0183-11dgpraec3419

Published: September 27, 2011

© 2011 Kloeters et al.
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Semi-okklusive Wundauflagen werden im klinischen Alltag zur Beschleunigung der Wundheilung und zur Reduktion von Narbengewebe eingesetzt. In vivo und in vitro Untersuchungen suggerieren, dass ein möglicher Mechanismus der Erhalt einer adäquaten Hydratisierung der Epidermis ist, wenngleich der molekulare Kommunikationsmechanismus bislang nur unzureichend bekannt ist. In dieser Studie haben wir uns daher mit histologischen und molekularen Veränderungen unter semi-okklusiver Wundbehandlung in einem inzisionalen Wundmodell der Ratte beschäftigt. Hierzu wurden 2 jeweils 6 cm lange Inzisionen auf dem Rücken einer Ratte unter Miteinbeziehung des Panniculus Carnosus durchgeführt und im Anschluss mit 2 Lagen Steri-Strip für 10 Tage bedeckt. Jedes Tier fungierte als seine eigene Kontrolle. Histologische Färbemethoden und qRT-PCR wurden eingesetzt, um zelluläre und molekulare Veränderungen unter okklusiver Wundbehandlung zu charakterisieren. Im TEWL (Trans-epidermaler Wasser-Verlust-Test) an humanen Probanden konnte gezeigt werden, dass 2 Lagen Steri-Strip nach 2 Stunden zu einer vergleichbaren Hydratisierung der Epidermis wie 1 Lage Tegaderm® führt. Semi-okklusiv behandelte Wunden zeigten eine reduzierte epidermale Dicke und Zellularität sowie eine signifikant geringere mitotische Aktivität im Vergleich zur Kontroll-Gruppe. Ebenso war die Dichte inflammatorischer Zellen der Dermis durch semi-okklusive Wundbehandlung reduziert. Die Expression proinflammatoischer Zytokine wie z.B. Interleukin-1-α (IL-1-alpha) und Tumor-Necrosis-Factor –α (TNF-alpha) waren am 3. postoperativen Tag unter Semi-Okklusion signifikant reduziert. Die semi-okklusive Wundbehandlung reduziert signifikant a) die epidermale Dicke, b) die Anwesenheit inflammatorischer Zellen in der Epidermis und Dermis, c) die mitotische Aktivität der Epidermis und d) führt zu einer Reduktion der Expression proinflammatorischer Zytokine im Wundmodell der Ratte. Zusammenfassend konnte somit im Rattenmodell belegt werden, dass semi-okklusive Wundbehandlung messbare molekularbiologische und histologische Veränderungen bewirkt und die Hydratisierung der Epidermis aus Sicht der Autoren einen wesentlichen ursächlichen Zusammenhang darstellt. Darüber hinaus scheint die Anwesenheit von silikon-haltigen Verbänden nicht zwangsläufig notwendig zu sein, um eine adäquate Hydratisierung der Epidermis zu erreichen.