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49. Jahrestagung der Österreichischen Gesellschaft für Plastische, Ästhetische und Rekonstruktive Chirurgie (ÖGPÄRC), 42. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft der Plastischen, Rekonstruktiven und Ästhetischen Chirurgen e. V. (DGPRÄC), 16. Jahrestagung der Vereinigung der Deutschen Ästhetisch-Plastischen Chirurgen e. V. (VDÄPC)

29.09. - 01.10.2011, Innsbruck

Brandverletzungen – eine schwerwiegende Komplikation der PUVA Therapie

Meeting Abstract

  • author Daniel J. Tilkorn - BG Klinikum Bergmannsheil, Ruhr-Universität, Bochum
  • J. Hauser - BG Klinikum Bergmannsheil, Ruhr-Universität, Bochum
  • A. Schaffran - BG Klinikum Bergmannsheil, Ruhr-Universität, Bochum
  • A. Ring - BG Klinikum Bergmannsheil, Ruhr-Universität, Bochum
  • H.U. Steinau - BG Klinikum Bergmannsheil, Ruhr-Universität, Bochum

Österreichische Gesellschaft für Plastische, Ästhetische und Rekonstruktive Chirurgie. Deutsche Gesellschaft der Plastischen, Rekonstruktiven und Ästhetischen Chirurgen. Vereinigung der Deutschen Ästhetisch-Plastischen Chirurgen. 49. Jahrestagung der Österreichischen Gesellschaft für Plastische, Ästhetische und Rekonstruktive Chirurgie (ÖGPÄRC), 42. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft der Plastischen, Rekonstruktiven und Ästhetischen Chirurgen (DGPRÄC), 16. Jahrestagung der Vereinigung der Deutschen Ästhetisch-Plastischen Chirurgen (VDÄPC). Innsbruck, 29.09.-01.10.2011. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2011. Doc11dgpraecP141

DOI: 10.3205/11dgpraec325, URN: urn:nbn:de:0183-11dgpraec3255

Published: September 27, 2011

© 2011 Tilkorn et al.
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Ziel: Die Photochemotherapie mit Psoralene ist ein anerkanntes und weitverbreitetes Therapieverfahren in der Behandlung der Psoriasis und der Vitiligo. Neben dem therapeutischen Einsatz wird Psoralene zunehmend auch privat zur verbesserten Hautbräunung angewandt. Ein erhöhtes Risiko für verschiedene maligne Hauttumoren wurde als Langzeitfolge beschrieben. Verschiedene akute Nebenwirkungen die von einer leichten Hautrötung, Blasenbildung bis hin zu schweren Verbrennungen reichen wurden beobachtet. Berichte über schwere Brandverletzungen sind auf Einzelfallberichte beschränkt. In der vorliegenden Studie wurde eine Befragung der Brandverletztenzentren und der Schlichtungsstellen der Ärztekammern zur Evaluation akuter schwerwiegender Nebenwirkungen durchgeführt.

Material und Methoden: Wir berichten über drei Fälle mit schweren Verbrennungen als Folge von einer Photochemotherapie, die Im Schwerbrandverletztenzentrum Universitätsklinikum Bochum therapiert wurden. Zusätzlich wurde Ein Fragenkatalog bezüglich akuter Verbrennungen als folge einer Photochemotherapie an alle gelisteten Schwerbrandverletztenzentren in Österreich, Deutschland und der Schweiz versandt. Des Weiteren wurden alle juristischen Schlichtungsstellen an den Ärztekammern angeschrieben, um die gemeldeten Fälle zu erfassen. Die Patientenakten wurden in anonymisierter Form ausgewertet.

Ergebnisse: Drei Patienten aus unserem Patientenkollektiv erlitten Verbrennungen von 40 – 90 % KOF als Folge von einer Photochemotherapie. Zwei Patienten hatten lediglich I° ein Patient II° Verbrennungen. Nur ein Patient wurde durch eine Bade-PUVA behandelt. Die intensivmedizinische Betreuung war für 4 – 21 Tage erforderlich. 37 Schwerbrandverletztenzentren antworteten auf die Anfrage. Insgesamt wurden 15 Patienten stationäre und ein Patient ambulant behandelt. Daten von 11 Schichtungsstellen an den Ärztekammern konnten erhoben werden. Hier lagen juristische Auseinandersetzungen bezüglich der Folgen von einer PUVA Therapie in insgesamt 40 Fällen vor.

Schlussfolgerung: Die Photochemotherapie ist eine anerkannte dermatologische Therapieoption. Neben gravierenden Langzeitfolgen sind Verbrennungsverletzungen von erheblichen Ausmaß ernst zunehmende Komplikationen dieser Behandlung. Verbrennungen als Folge dieser Therapie werden oft unterschätzt. Die Verbrennung verläuft häufig verzögert ab, daher muss die Indikation streng gestellt werden und bei Anzeichen einer Überdosierung frühzeitig eine Vorstellung in einem Schwerbrandverletztenzentrum erfolgen.