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49. Jahrestagung der Österreichischen Gesellschaft für Plastische, Ästhetische und Rekonstruktive Chirurgie (ÖGPÄRC), 42. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft der Plastischen, Rekonstruktiven und Ästhetischen Chirurgen e. V. (DGPRÄC), 16. Jahrestagung der Vereinigung der Deutschen Ästhetisch-Plastischen Chirurgen e. V. (VDÄPC)

29.09. - 01.10.2011, Innsbruck

Sind universitäre interdisziplinäre Adipositaszentren notwendig?

Meeting Abstract

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  • author Adrian Dragu - Universitätsklinikum Erlangen, Erlangen
  • Raymund E. Horch - Universitätsklinikum Erlangen, Erlangen

Österreichische Gesellschaft für Plastische, Ästhetische und Rekonstruktive Chirurgie. Deutsche Gesellschaft der Plastischen, Rekonstruktiven und Ästhetischen Chirurgen. Vereinigung der Deutschen Ästhetisch-Plastischen Chirurgen. 49. Jahrestagung der Österreichischen Gesellschaft für Plastische, Ästhetische und Rekonstruktive Chirurgie (ÖGPÄRC), 42. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft der Plastischen, Rekonstruktiven und Ästhetischen Chirurgen (DGPRÄC), 16. Jahrestagung der Vereinigung der Deutschen Ästhetisch-Plastischen Chirurgen (VDÄPC). Innsbruck, 29.09.-01.10.2011. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2011. Doc11dgpraecP38

DOI: 10.3205/11dgpraec230, URN: urn:nbn:de:0183-11dgpraec2301

Published: September 27, 2011

© 2011 Dragu et al.
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Einleitung: Die krankhafte Fettsucht (Adipositas) ist die mit Abstand am schnellsten wachsende Erkrankung unserer Zeit. Die Folgen für die betroffenen Patienten werden schnell sichtbar, während die gesundheitspolitischen Folgen nur langsam ihr volles Ausmaß zeigen. Prävention ist unbedingt notwendig und diese muss weiter deutlich verstärkt werden. Auch das Verständnis der Bevölkerung und insbesondere der Kassen gegenüber dieser Krankheit muss sich weiter wandeln, so dass Kostenübernahmen für bariatrische und postbariatrisch plastische Operationen nicht mehr die Ausnahme darstellen. Betrachtet man nämlich die Kostenübernahme für eine interdisziplinäre operative Therapie als eine Investition in das Gesundheitssystem, so wird schnell ersichtlich, dass sich diese Investition auch gesundheitspolitisch auszahlt. Die nachhaltigen positiven Effekte sowohl der bariatrischen Chirurgie als auch der postbariatrischen plastischen Chirurgie auf schwere Erkrankungen wie Diabetes mellitus und Hypertonie können bereits in klinischen Studien nachgewiesen werden. Schließlich stellt die postbariatrische plastische Chirurgie den letzten Schritt dar, den der Patient geht, um wieder vollwertiges und funktionierendes Mitglied einer Gesellschaft zu sein.

Material und Methoden: Am Beispiel der interdisziplinären Zusammenarbeit und der klinikeigenen Organisation an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg bzw. der Klinik für Plastische und Handchirurgie soll dargestellt werden wie ein solches Konzept geplant und durchgeführt werden kann.

Ergebnisse: Die bisherigen Fallzahlen und internen Qualitätsmanagementdaten zeigen, dass ein solches Konzept ein enormes Wachstumspotenzial hat, allerdings auch einer sehr komplexen interdisziplinäre Zusammenarbeit bedarf, welche sowohl die detaillierte Patientenaufklärung als auch die Operationsplanung und Nachsorge einschließen muss.

Schlussfolgerung: Nach dem Vorbild der interdisziplinären Brustzentren, sollten sich zunehmend auch interdisziplinäre Adipositaszentren bilden, in denen auch das Fachgebiet der Plastischen Chirurgie aktiv repräsentiert wird. Die komplexe interdisziplinäre Behandlung der Adipositas ist jetzt schon von gesundheitspolitischer Relevanz und wird in den nächsten Jahren weiter deutlich zunehmen. Um das schnell wachsende Gebiet der postbariatrischen plastischen Chirurgie in eine solche interdisziplinäre Therapie einzuschließen, muss das Bewusstsein der Bevölkerung und auch der Krankenkassen für die medizinische Notwendigkeit solcher Eingriffe deutlich verbessert werden. Da es sich häufig um multimorbide Patienten handelt können die relativ hohen Komplikationsraten, nur durch einen hohen etablierten Qualitätsstandard und eine große klinische Erfahrung auf diesem Gebiet mit möglichst hohen Fallzahlen, reduziert werden. Beste Voraussetzungen hierfür bietet ein universitäres interdisziplinäres Adipositaszentrum.