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49. Jahrestagung der Österreichischen Gesellschaft für Plastische, Ästhetische und Rekonstruktive Chirurgie (ÖGPÄRC), 42. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft der Plastischen, Rekonstruktiven und Ästhetischen Chirurgen e. V. (DGPRÄC), 16. Jahrestagung der Vereinigung der Deutschen Ästhetisch-Plastischen Chirurgen e. V. (VDÄPC)

29.09. - 01.10.2011, Innsbruck

Mikrochirurgische Therapie postoperativer neurogener Schmerzsyndrome in der Leistenregion

Meeting Abstract

  • author Andreas Gohritz - Medizinische Hochschule Hannover, Hannover
  • Michael Bernateck - Klinik für Anästhesiologie, Schmerzambulanz, Medizinische Hochschule Hannover, Hannover
  • Andreas Steiert - Klinik für Plastische, Hand- und Wiederherstellungschirurgie, Medizinische Hochschule Hannover, Hannover
  • Peter M. Vogt - Klinik für Plastische, Hand- und Wiederherstellungschirurgie, Medizinische Hochschule Hannover, Hannover

Österreichische Gesellschaft für Plastische, Ästhetische und Rekonstruktive Chirurgie. Deutsche Gesellschaft der Plastischen, Rekonstruktiven und Ästhetischen Chirurgen. Vereinigung der Deutschen Ästhetisch-Plastischen Chirurgen. 49. Jahrestagung der Österreichischen Gesellschaft für Plastische, Ästhetische und Rekonstruktive Chirurgie (ÖGPÄRC), 42. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft der Plastischen, Rekonstruktiven und Ästhetischen Chirurgen (DGPRÄC), 16. Jahrestagung der Vereinigung der Deutschen Ästhetisch-Plastischen Chirurgen (VDÄPC). Innsbruck, 29.09.-01.10.2011. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2011. Doc11dgpraecV71

DOI: 10.3205/11dgpraec072, URN: urn:nbn:de:0183-11dgpraec0726

Published: September 27, 2011

© 2011 Gohritz et al.
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Einleitung: Dieser Vortrag soll die Aufmerksamkeit auf die mögliche mikrochirurgische Therapie von chronischen postoperativen Leistenschmerzen durch Dekompression oder Resektion von Neuromen der sensiblen Hautnerven dieser Region lenken. Spezielle Anatomie, Diagnostik, Indikation und Therapie sollen dargestellt werden.

Material und Methoden: Bei 9 Patienten im Alter zwischen 36 und 81 Jahre bestanden nach Voroperationen seit 2-9 Jahren chronische Leistenschmerzen einer Intensität von 6 bis 9/10 auf der visuellen Schmerzskala (VAS). Die typische Anamnese ergab zahlreiche erfolglose Folgeoperationen, jahrelange Schmerztherapie, hochdosierte Analgetika und stärkste psycho-sozialer Belastung und Beeinträchtigung von Alltag, Beruf und Freizeit. Nach präoperativer Probeblockade mit Scandicain 1% waren alle Patienten weitgehend beschwerdefrei.

Ergebnisse: Die operative Exploration zeigte starke narbige Verwachsungen oder Neurombildung der Nn. Iliohypogastricus und ilioinguinalis (n=4), N. cutaneus femoris lateralis (n=1) oder N. genitofemoralis (n=4). Durch Neurolyse (n=2) oder proximale Neurektomie mit intramuskulärer Verlagerung (n=7) konnten die Beschwerden bei allen Patienten ohne Schmerzmittel auf ein Niveau von 1-3/10 VAS dauerhaft gesenkt und die Lebensqualität entsprechend verbessert werden.

Schlussfolgerung: Bei chronischen Leisten-Schmerzen muß an eine Einengung, Vernarbung oder Neurombildung der regionalen Hautnerven gedacht werden. Eine mikrochirurgische Neurolyse oder Neuromresktion kann die verzweifelten Patienten oft von oft jahrelangen Dauerschmerzen erlösen.