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27. Wissenschaftliche Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Phoniatrie und Pädaudiologie e. V.

Deutsche Gesellschaft für Phoniatrie und Pädaudiologie e. V.

17.09. - 19.09.2010, Aachen

Komprimierte Fassung eines digitalisierten Diagnostikbogens zur Stimmbeurteilung in der täglichen ärztlichen Tätigkeit

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  • author presenting/speaker Markus Hüsson - Vitos Klinik für Stimm- und Spracherkrankungen, Weilmünster, Deutschland
  • corresponding author Christa Müller - Vitos Klinik für Stimm- und Spracherkrankungen, Weilmünster, Deutschland

Deutsche Gesellschaft für Phoniatrie und Pädaudiologie. 27. Wissenschaftliche Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Phoniatrie und Pädaudiologie (DGPP). Aachen, 17.-19.09.2010. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2010. Doc10dgppP12

DOI: 10.3205/10dgpp39, URN: urn:nbn:de:0183-10dgpp394

Published: August 31, 2010

© 2010 Hüsson et al.
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Zusammenfassung

Hintergrund: Der Einsatz eines logopädischen Stimmbeurteilungsbogens erfolgte vor und nach stationärer Stimmtherapie und umfasst Parameter wie Stimmqualität, -einsatz, -ansatz, Lautbildung, Sprechatmung usw. Für diese Parameter wurde eine Graduierung mit Punktwerten entwickelt. Die Ergebnisse des Bogens verglichen wir mit dem subjektiven Eindruck zur Stimmqualität, der VHI-Einschätzung und der computergestützten Messung (DSI).

Zur Anwendung in der ärztlichen Stimmbeurteilung komprimierten wir den Bogen auf weniger Parameter.

Material und Methoden: Es wurden 30 Patienten untersucht. Alter 20–65 Jahre. Die Ergebnisse des logopädischen Diagnostikbogens, die subjektive Stimmeinschätzung, DSI und VHI wurden gegenüber gestellt und mit dem Ergebnis des ärztlichen Diagnostikbogens vergleichen. Statistisch ergab sich eine Übereinstimmung.

Ergebnisse: Ein praktikabler digitalisierter Diagnostikbogen für die ärztliche Arbeit kann vorgelegt werden, welcher über eine Graduierung vergleichbar ist mit den Ergebnissen im DSI als auch des VHI.

Diskussion: Über den Diagnostikbogen kann ein schneller reproduzierbarer, vergleichbarer Eindruck der Schwere der Stimmstörung durch den perzeptiven Eindruck erreicht werden.

Der Diagnostikbogen soll zur weiteren Erprobung in Phoniatrie-Praxen bereitgestellt werden


Text

Ziel unserer Arbeit war, das bisherige Instrumentarium zur Beurteilung einer Stimmstörung im klinischen Alltag am ärztlichen Untersuchungsplatz, durch einen digitalisierten Beurteilungsbogen zu erweitern.

Dieser soll eine verlässliche und reproduzierbare Beurteilung ermöglichen, die schnell und unkompliziert durchzuführen ist und eine Verlaufsbeurteilung vor und nach einer Stimmtherapie ermöglicht.

Der bisher in unserer Klinik zur Beurteilung einer Stimmstörung vor und nach einer stationären Stimmtherapie eingesetzte logopädische Stimmbeurteilungsbogen mit Parametern wie Stimmklang, Stimmeinsatz, Stimmansatz, Kieferweite, Sprechatmung usw. wurde hierzu mit einem Punktwert pro Merkmal versehen.

Die Summe der Punkte ermöglicht eine Einteilung der Stimmstörung in „leicht, mittel und schwer“. Die hierdurch erreichte Graduierung verglichen wir mit dem subjektiven Urteil eines erfahrenen Untersucherteams. Dies bestehend aus zwei Ärzten und fünf Logopäden unserer Klinik. Gleichfalls verglichen wir das Ergebnis mit den Werten aus der DSI Messung (nach lingWAVES) und dem VHI (30 nach Nawka), ebenfalls vor und nach einer stationären Stimmtherapie.

Wir konnten die Übereinstimmung der Messergebnisse nachweisen.

Zur Anwendung in der ärztlichen Stimmbeurteilung komprimierten wir den graduierten logopädischen Stimmbeurteilungsbogen auf wenige Parameter.

Die Komprimierung erfolgte zum Einen subjektiv, als auch durch Computerberechnung. Kriterien, die rechnerisch und nach dem Urteil des Untersucherteams wenig Einfluss auf die Ermittlung des Schweregrades einer Stimmstörung hatten, wurden aus dem Beurteilungsbogen genommen.

Die Genauigkeit der Einteilung wurde mit dem ausführlichen logopädischen Diagnostikbogen verglichen.

Daneben erfolgte ein Vergleich der Ergebnisse mit dem DSI nach lingWAVES als auch mit dem VHI 30 nach Nawka .

Material und Methoden

Es wurden 30 Patienten untersucht. Alter 20–65 Jahre. Die Ergebnisse des logopädischen Diagnostikbogens, die subjektive Stimmeinschätzung, DSI nach lingWAVES und VHI wurden gegenüber gestellt und mit dem Ergebnis des ärztlichen Diagnostikbogens verglichen.

Statistisch ergab sich hierbei eine Übereinstimmung.

Ergebnis

Ein praktikabler digitalisierter Diagnostikbogen für die tägliche ärztliche Arbeit kann vorgelegt werden, welcher über eine Graduierung vergleichbar ist mit Messungen im DSI nach lingWAVES als auch Einschätzungen des Voice Handicap-Indexes.

Diskussion

Über diesen Diagnostikbogen kann ein schneller reproduzierbarer und vergleichbarer Eindruck der Schwere der Stimmstörung durch den perzeptiven Eindruck erreicht werden.

Wir möchten den Diagnostikbogen zur weiteren Erprobung in Phoniatrie-Praxen bereitstellen.


Literatur

1.
Nawka T, Wirth G. Stimmstörungen. 5. Auflage. Deutscher Ärzte-Verlag; 2009.
2.
Schneider B, Bigenzahn W. Stimmdiagnostik – Ein Leitfaden für die Praxis. Wien, New York: Springer; 2007.