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20. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Pädiatrische Infektiologie (DGPI)

Deutsche Gesellschaft für Pädiatrische Infektiologie (DGPI)

19.04. - 21.04.2012, Mannheim

Beitrag zur Interpretation erhöhter CRP-Werte bei Adenovirusinfektionen

Meeting Abstract

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  • presenting/speaker Wolfgang Kunze - Muldentalkliniken, Krankenhaus Wurzen, Abteilung Kinder- und Jugendmedizin, Wurzen
  • Thorsten Klemm - MVZ Labor Dr. Reising-Ackermann und Kollegen, Leipzig
  • Katrin Gröger - Muldentalkliniken, Krankenhaus Wurzen, Kinder- und Jugendmedizin, Wurzen

Deutsche Gesellschaft für Pädiatrische Infektiologie. 20. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Pädiatrische Infektiologie (DGPI). Mannheim, 19.-21.04.2012. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2012. Doc12dgpi39

DOI: 10.3205/12dgpi39, URN: urn:nbn:de:0183-12dgpi394

Published: March 22, 2012

© 2012 Kunze et al.
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Hintergrund: Adenoviren (ADV) verfügen Im Gegensatz zu anderen respiratorischen Virusinfektionen über ein Potential, bei der Mehrzahl der Erkrankten deutlich erhöhte Akute-Phase-Parameter (z.B. C-raktives Protein [CRP], Leukozyten und Interleukin 6 [IL-6]) auszulösen.

Zielstellung: Kann die Erhöhung des CRP Ausdruck einer bakteriellen (Super)-Infektion oder eines spezifischen ADV-Mechanismus sein?

Material und Methoden: Mittels einer retrospektiven Analyse wird untersucht, wie sich CRP, Leukozyten, IL-6 und Procalcitonin (PCT) bei Patienten mit einer PCR-gesicherten ADV-Infektion im Vergleich zu bakteriellen Infektionen verhalten.

Es wurden 30 Patienten mit einer ADV-positiven Infektion gegen 42 Patienten mit einer bakteriellen Infektion verglichen.

Ergebnisse: Die Werte von CRP 31,7 (3,2 - 287,3) bzw. 102,4 (0,6 - 367,9) mg/l, Leukozyten 15,9 (5,0 - 34,5) bzw. 18,6 (11,0 - 36,3) Gpt/l sind in beiden Gruppen deutlich erhöht, unterscheiden sich jedoch signifikant (p=0.0001). PCT wurde median mit 0,32 (0.06 - 2.5) μg/L bestimmt, was eine messbare, aber nicht signifikante, evtl. lokale Infektion bedeutet. IL-6 mit wurde mit 44,34 (3.1 - 240.1) ng/L bestimmt, deutlich oberhalb der Norm. Bei 50% der ADV-positiven Patienten waren Blutkulturen ohne Erregernachweis. Antibiotika ≥ 5 Tage erhielten 30% der ADV- positiven Patienten, bei 70% erfolgte keine Therapie bzw. wurde vorzeitig ohne nachteilige Folgen beendet.

Diskussion: In der Literatur widersprüchlich diskutiert wird die Frage, ob erhöhte CRP-Werte bei ADV-Infektionen Ausdruck einer bakteriellen (Super)-Infektion oder eine ADV-spezifische Reaktion darstellen. Studien aus den 1980/90er Jahren gehen bei einem CRP >40mg/L von einer bakteriellen Infektion aus und empfehlen Antibiotika. Spätere Untersuchungen schließen eine bakterielle Infektion aus. Adenoviren waren das einzige virale Agens, das bei erhöhten CRP-Werten identifiziert werden konnte.

Schlussfolgerungen: Unsere Daten können hinweisend sein, dass mit einer PCT-Bestimmung ADV- besser von bakteriellen Infektionen als mittels CRP bei erhöhten Akute-Phase-Parametern unterschieden werden können.

Mögliche Einsparungen von Antibiotika sind die Folge.