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20. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Pädiatrische Infektiologie (DGPI)

Deutsche Gesellschaft für Pädiatrische Infektiologie (DGPI)

19.04. - 21.04.2012, Mannheim

Chlamydia pneumoniae-assoziierte akute Hepatopathie bei einem 16-jährigen Jugendlichen

Meeting Abstract

  • presenting/speaker Jakob Olfe - Klinikum Itzehoe, Klinik für Kinder- und Jugendmedizin, Neonatologie und Pädiatrische Intensivmedizin, Itzehoe
  • Esther Gorski - Klinikum Itzehoe, Klinik für Kinder- und Jugendmedizin, Neonatologie und Pädiatrische Intensivmedizin, Itzehoe
  • Katharina Hamm - Klinikum Itzehoe, Klinik für Kinder- und Jugendmedizin, Neonatologie und Pädiatrische Intensivmedizin, Itzehoe
  • Ulf Schnackenberg - Klinikum Itzehoe, Klinik für Kinder- und Jugendmedizin, Neonatologie und Pädiatrische Intensivmedizin, Itzehoe
  • F.-M. Müller - Klinikum Itzehoe, Klinik für Kinder- und Jugendmedizin, Neonatologie und Pädiatrische Intensivmedizin, Itzehoe

Deutsche Gesellschaft für Pädiatrische Infektiologie. 20. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Pädiatrische Infektiologie (DGPI). Mannheim, 19.-21.04.2012. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2012. Doc12dgpi26

DOI: 10.3205/12dgpi26, URN: urn:nbn:de:0183-12dgpi262

Published: March 22, 2012

© 2012 Olfe et al.
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Text

Hintergrund: Die meisten Chlamydia pneumoniae (CP)-Infektionen verlaufen asymptomatisch oder als atypische Pneumonie. Seltene Komplikationen sind eine Endo-, Myo-, Perikarditis oder Pleuritis.

Kasuistik: Wir berichten über einen Jugendlichen, der im Rahmen einer CP-Pneumonie eine akute Hepatopathie mit Ikterus entwickelte. Der 16-jährige stellte sich bei uns mit seit 2 Tagen Fieber bis 39,6°C, Oberbauchschmerzen und Ikterus mit braunem Urin vor. In der Aufnahme zeigte er sich in reduziertem AZ, tachykard, mit Haut- und Sklerenikterus und einer Hepatomegalie. Nach zwei Tagen entwickelte er eine eitrige Konjunktivitis, ein feinfleckiges Exanthem und atemabhängige Thoraxschmerzen, Tachydyspnoe und feinblasige Rasselgeräusche.

Labor: Leukozyten 11,7/nl, Hb 16g/dl, Thrombozyten 215/nl, CRP 20,72mg/dl, GOT 78U/l, GPT 129U/l, y-GT 205U/l, AP 243U/l, Bili. ges. 6,24mg/dl, Bili. dir. 3,05mg/dl. Im Urin Nachweis von Keton (15mg/dl) und Urobilinogen (+++).

Bildgebung: Radiologisch Nachweis eines pneumonischen Infiltrates im re. Mittel- und Unterfeld mit Erguss. Sonographische Bestätigung des Pleuraergusses und Nachweis einer Hepatosplenomegalie.

Therapie und Verlauf: Im Verlauf über 17 Tage Anstieg der Transaminasen bis auf GOT 427U/l und GPT 713U/l, bei fallendem Bili. und CRP. CP-Serologie: CP IgG-Ak 190 EIU (<30EIU), IgA-Ak 42 EIU (<8EIU), CP-PCR aus Nasopharyngealsekret negativ. Mykoplasma pneumoniea-Serologie: IgA-Ak <9 E (<9E), Aggl.-Test 1:160 (<1:320)

Unter der Therapie mit Cefuroxim i.v. und Clarithromycin p.o. waren alle Symptome und die Transaminasen rückläufig.

Diskussion: Bisher liegen einzelne Kasuistiken zu Mykoplasma pneumoniae und Legionellen assoziierten Hepatopathien vor. Wir beschreiben hier eine hepatische Beteiligung bei einer serologisch gesicherten CP-Pneumonie bei einem Jugendlichen. Die frühe Diagnose einer Chlamydien-Infektion ist oftmals schwierig. Die pos. IgA-Ak sind jedoch für die Infektion beweisend, auch wenn die PCR aus Rachenabstrich negativ blieb. Die Makrolidtherapie führte zur folgenlosen Ausheilung.

Schlussfolgerung: Bei einer Pneumonie mit assoziierter Hepatopathie sollte differenzialdiagnostisch auch an eine CP-Infektion gedacht werden.