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Wissenschaft – eine Säule der Hebammenarbeit: 1. Internationale Fachtagung der Deutschen Gesellschaft für Hebammenwissenschaft e. V. (DGHWi)

Deutsche Gesellschaft für Hebammenwissenschaft e. V.

23.09.2011, Hildesheim

Erstellung einer umfassenden Analyse des derzeit bestehenden Beratungs- und Betreuungsangebots für schwangere Teenagerinnen aus Sicht der professionellen AkteurInnen und Institutionen in der Stadt Halle (Saale) und im umliegenden Saalekreis

Meeting Abstract

  • Annett Stephan - Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, Medizinische Fakultät, Halle, Deutschland
  • Andrea Lehmann - Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, Medizinische Fakultät, Halle, Deutschland
  • Almuth Wippermann - Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, Medizinische Fakultät, Halle, Deutschland
  • Gertrud Ayerle - Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, Medizinische Fakultät, Halle, Deutschland

Wissenschaft – eine Säule der Hebammenarbeit. 1. Internationale Fachtagung der Deutschen Gesellschaft für Hebammenwissenschaft. Hildesheim, 23.-23.09.2011. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2011. Doc11dghwi17

DOI: 10.3205/11dghwi17, URN: urn:nbn:de:0183-11dghwi179

Published: September 15, 2011

© 2011 Stephan et al.
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Teenager befinden sich in einer wichtigen Phase ihres Lebens, welche verschiedene Aufgaben an sie stellt. Werden junge Frauen in dieser Zeitspanne schwanger, verkürzt sich diese für die persönliche Entwicklung wichtige Phase. Die Mädchen geraten dabei früher in die Rolle der erwachsenen Frau, was zu großen Problemen führen kann. Schwangerschaften und Schwangerschaftsabbrüche Minderjähriger in Deutschland sind im internationalen Vergleich verhältnismäßig selten. Zurückzuführen ist dies vor allem auf eine netzwerkartige fungierende und zielgruppengerechte Präventionsarbeit.

Vor diesem Hintergrund sollen im vorgestellten Forschungsprojekt die Problematiken betrachtet werden, die sich bei der Beratung und Betreuung von schwangeren Teenagerinnen in der Stadt Halle (Saale) und dem umliegenden Saalekreis ergeben.

Der Datenvergleich zu Teenagerschwangerschaften zeigt in Sachsen-Anhalt deutlich unterschiedliche Tendenzen. Die Zahlen in der betrachteten Region weisen auf einen besonderen Handlungsbedarf hin.

Es sind vor allem Jugendämter, Beratungsstellen, Familienhebammen, die ARGE GmbH und GynäkologInnen die im Falle einer Schwangerschaft bei den betroffenen Mädchen weiterführende Hilfe und Unterstützung anbieten. Problematisch ist jedoch, dass die jugendlichen Schwangeren die bestehenden Betreuungs- und Beratungsangebote bisher nur unzureichend wahrnehmen.

Ziel der Studie sollte es folglich sein, zu klären, welche Angebote und Hilfen es für jugendliche Schwangere in Halle und im Saalekreis gibt und wie die Institutionen und AkteurInnen die momentane Situation einschätzen.

Die Datenerhebung erfolgte mittels einer qualitativen Forschungsmethode. Es wurden teilstrukturierte leitfadengestützte ExpertInneninterviews durchgeführt. Die sich daraus ergebenden Informationen wurden durch ein hermeneutisch interpretatives Verfahren analysiert.

Aus den Ergebnissen der Interviews lässt sich schließen, dass es derzeit kein spezielles Angebot für schwangere Teenagerinnen gibt, sich jedoch Bedarfe abzeichnen. Laut der Aussagen der ExpertInnen, gibt es ausreichende Angebote, teilweise sei die bedarfsgerechte Versorgung und Vernetzung noch effizienter gestaltbar. Zur Verbesserung dieser Situation könnte eine KoordinatorIn hilfreich sein.

Es zeigte sich ebenfalls, dass die jugendlichen Schwangeren eher aus sozial benachteiligten Schichten kommen.

Die Analyse der derzeit bestehenden Beratungs- und Betreuungsangebote für schwangere Minderjährige, soll zur Entwicklung und Implementierung eines partizipativen und interdisziplinären Konzepts zur Unterstützung und Begleitung von schwangeren Teenagerinnnen beitragen. Es wäre denkbar, die gesammelten Erfahrungen der ExpertInnen in ein zu erstellendes Konzept zu integrieren, welches eine dauerhafte Kommunikationsbereitschaft und somit eine optimiertere Vernetzung bewirken könnte. Damit bestünde die Möglichkeit, dass eine vermehrte Inanspruchnahme der Hilfsangebote durch die jugendlichen Schwangeren erzielt wird.