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Wissenschaft – eine Säule der Hebammenarbeit: 1. Internationale Fachtagung der Deutschen Gesellschaft für Hebammenwissenschaft e. V. (DGHWi)

Deutsche Gesellschaft für Hebammenwissenschaft e. V.

23.09.2011, Hildesheim

Visuelle Leitlinien für die Diagnostik und Versorgung von Geburtsverletzungen

Meeting Abstract

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  • Sara Kindberg - GynZone Aps, Aarhus, Dänemark
  • Peggy Seehafer - Hamburg, Deutschland

Wissenschaft – eine Säule der Hebammenarbeit. 1. Internationale Fachtagung der Deutschen Gesellschaft für Hebammenwissenschaft. Hildesheim, 23.-23.09.2011. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2011. Doc11dghwi13

DOI: 10.3205/11dghwi13, URN: urn:nbn:de:0183-11dghwi136

Published: September 15, 2011

© 2011 Kindberg et al.
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80% aller Erstgebärenden und 50% aller Mehrgebärenden erleiden durch die vaginale Geburt eine versorgungspflichtige Dammverletzung. Die Fähigkeiten der Betreuenden in der Diagnostik und Versorgung haben einen großen Einfluss auf das körperliche und seelische Wohlbefinden der Frauen nach der Geburt.

Gemäß der Ausbildungsrichtlinien (B 5.) sollen Hebammen theoretisch und praktisch in die Naht von Dammverletzungen eingeführt werden. Selbstverständlich gehört diese Ausbildung auch in die Facharztausbildung zum Geburtshelfer. Allerdings gibt es dafür bisher weder bei den Hebammen noch bei den Ärzten Standards oder Leitlinien, wie dieses am besten zu gewährleisten ist. Bekanntermaßen ist die Möglichkeit zum Erwerb klinischer Fertigkeiten mit Hilfe traditioneller Lehrbücher begrenzt und die bisher übliche „face to face Ausbildung“ direkt post partum bedingt große individuelle Bandbreite in der Lehrmeinung.

Ein Team um die Hebamme Dr. Sara Kindberg hat sich der Sache angenommen und bietet eine neue Lehrmethode an, die auf einem audio-visuellen e-Learning-Programm basiert und sich gezielt an Hebammen und Geburtshelferinnen richtet. Schritt für Schritt werden alle notwendigen Handgriffe und Maßnahmen unter Wiederholung der anatomischen Gegebenheiten mit Hilfe von Animationen, Videos am Phantom und Videos an einer Frau erklärt. Es wird gezeigt, wie Geburtsverletzungen diagnostiziert, analgesiert und gemäß der aktuellen internationalen Leitlinien versorgt werden.

Die umfangreichen e-Learning-Module bieten eine neue Art des Lernens in der Geburtshilfe, die je nach Bedarf in die fachspezifische Lehre integrierbar sind.

Das e-Learning-Programm kann sowohl der Vorbereitung auf einen Naht- Workshop als auch der Verfestigung des bereits Gelernten innerhalb einer Gruppe oder in der Einzelkonsultation dienen. Außerdem ist durch die Wahl des Mediums gewährleistet, dass jederzeit (auch im klinischen Alltag) auf die neuesten, wissenschaftlichen Erkenntnisse und Leitlinien zurückgegriffen werden kann.

Das GynZone Programm wurde in Zusammenarbeit mit der Universitätsklinik Århus entwickelt und wird von verschiedenen Stiftungen unterstützt, die sich der Entwicklung guter Ideen von tatkräftigen Forschern verschrieben haben. Das Team setzt sich aus in Klinik und Forschung erfahrenen Hebammen, Ärzten und Physiotherapeuten der führenden Universitätskliniken Dänemark zusammen.

Seit April diesen Jahres ist das Programm auch auf deutsch verfügbar und soll hier als eine neue Lehrmethode in der Hebammenbildung vorgestellt werden.