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53. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Handchirurgie

Deutsche Gesellschaft für Handchirurgie

11.10. - 13.10.2012, Lübeck

Arthroskopie von Metacarpophalangeal (MCP)-Gelenken zur Aktivitätsbeurteilung der rheumatoiden Arthritis: Erste Resultate

Meeting Abstract

  • author presenting/speaker Stefan Vordenbäumen - Universitätsklinikum Düsseldorf, Endokrinologie, Diabetologie und Rheumatologie, Düsseldorf, Deutschland
  • Tim Lögters
  • Philipp Sewerin
  • Matthias Schneider
  • Joachim Windolf
  • Benedikt Ostendorf
  • Michael Schädel-Höpfner

Deutsche Gesellschaft für Handchirurgie. 53. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Handchirurgie. Lübeck, 11.-13.10.2012. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2012. Doc12dgh26

DOI: 10.3205/12dgh26, URN: urn:nbn:de:0183-12dgh266

Published: October 9, 2012

© 2012 Vordenbäumen et al.
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Fragestellung: Die rheumatoide Arthritis (RA) ist eine Autoimmunerkrankung, welche sich vorwiegend durch eine Synovialitis mit knöcherner Destruktion der kleinen Gelenke auszeichnet. Synovialis-Analysen betroffener Gelenke wurden in den letzten Jahren in Grundlagenforschung und Medikamentenentwicklung zum Erfassen des Therapie-Ansprechens genutzt. Per Arthroskopie oder Blindpunktion sind Proben überwiegend aus Kniegelenken entnommen worden, welche jedoch nicht bei allen Patienten und typischerweise nicht zu Beginn der Erkrankung betroffen sind. Wir etablieren und evaluieren daher den Einsatz einer minimal-invasiven Arthroskopie-Technik zur einmaligen und wiederholten Synovialis-Biopsie aus Fingergrundgelenken (MCP-Gelenken).

Methodik: Bei Patienten mit aktiver RA (≥6 Punkte nach EULAR/ACR-Kriterien, DAS28 >3,2) und Schwellung mindestens eines MCP-Gelenkes, die entweder therapie-naiv sind oder bei denen eine Therapie-Eskalation auf einen TNFα-Blocker indiziert ist, wird eine Arthroskopie (1,9 mm, Storz) des dominanten MCP-Gelenkes mit Entnahme von 6 Synovialis-Biopsien in Mittelhandanästhesie ohne Blutleere durchgeführt. 6 Monate nach der ersten Arthroskopie erfolgt eine zweite Untersuchung des gleichen Gelenkes. Die Sicherheit der Methode, die Auswertbarkeit der Biopsien und ein histologischer Synovialitis-Score werden erfasst.

Ergebnisse: Bislang wurden 7 Patienten eingeschlossen (57,3±16 Jahre, 5 weiblich). 3 Patienten haben sich einer zweiten Untersuchung unterzogen, so dass Daten von insgesamt 10 MCP-Arthroskopien vorliegen (Nachbeobachtungszeitraum 6,6±4,4 Monate). Bei zwei Patienten traten während der Prozedur leichte bis mittlere Schmerzen auf. Postoperativ waren Bewegungseinschränkungen, Schwellungen des Handrückens und leichte Schmerzen vorhanden, die jeweils für bis zu einer Woche anhielten und anschließend bei allen Patienten verschwanden. Schwerwiegende Nebenwirkungen (Nervenverletzung, Gefäßverletzung, persistierende Bewegungseinschränkung, Wundheilungsstörung, Thrombose) traten nicht auf. 3 Monate nach der ersten Arthroskopie und Einleitung/Umstellung der Therapie wurde für das untersuchte Gelenk bei allen Patienten mittels Visueller Analog-Skala eine Besserung der Schmerzen angegeben (7 vs. 1; p=0,036; n=6). Auch die RA-Aktivität gemessen am DAS28 war tendenziell rückläufig (5,4 vs. 2,0; p=0,063). In der histologischen Analyse zeigte mindestens eine Biopsie je Patienten eine Deckzellschicht und war somit auswertbar. Der Synovialitis-Score lag bei sämtlichen Proben wie für die RA erwartet im Bereich einer high grade Synovialitis (≥4 Punkte).

Schlussfolgerung: Erste Ergebnisse legen nahe, dass die MCP-Gelenkarthroskopie bei RA-Patienten sicher ist und histologisch adäquat zu beurteilendes Material für die Aktivitätsbeurteilung liefert.