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53. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Handchirurgie

Deutsche Gesellschaft für Handchirurgie

11.10. - 13.10.2012, Lübeck

Langzeitergebnisse nach mediokarpaler Teilarthrodese

Meeting Abstract

  • author presenting/speaker Florian Neubrech - Herz- und Gefäß-Klinik GmbH, Klinik für Handchirurgie, Bad Neustadt an der Saale, Deutschland
  • Jörg van Schoonhoven
  • Karl-Josef Prommersberger

Deutsche Gesellschaft für Handchirurgie. 53. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Handchirurgie. Lübeck, 11.-13.10.2012. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2012. Doc12dgh25

DOI: 10.3205/12dgh25, URN: urn:nbn:de:0183-12dgh250

Published: October 9, 2012

© 2012 Neubrech et al.
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Text

Fragestellung: Die mediokarpale Teilarthrodese ist eine allgemein anerkannte und bewährte Behandlungsmethode für den fortgeschrittenen karpalen Kollaps bei skapholunärer Dissoziation und Kahnbeinpseudarthrose. Während sich eine umfangreiche Literatur mit kurz- und mittelfristigen Ergebnissen nach mediokarpaler Teilarthrodese findet, wurden bis dato unseres Wissens keine Langzeitergebnisse berichtet. Ziel dieser Studie war es deshalb Langzeitergebnisse nach mediokarpaler Teilarthrodese unter besonderer Berücksichtigung der Konvertierungsrate zu einer vollständigen Handgelenksarthrodese zu ermitteln

Methodik: Die elektronischen Akten von 572 Patienten, bei denen zwischen 1992 und 2001 594 mediokarpalen Teilversteifungen durchgeführt wurden, wurden ausgewertet. Zusätzlich erfolgte nach durchschnittlich 14,7 Jahren (Min: 10; Max: 19) eine klinische und radiologische Nachuntersuchung von 56 (49 Männer, 7 Frauen mit einem Durchschnittsalter von 65,9 Jahren), per Zufallsgenerator ausgewählten, mit 60 mediokarpalen Teilarthrodesen behandelten, Patienten. Es erfolgte eine Korrelation zwischen radiologischen und klinischen Ergebnissen.

Ergebnisse: 40mal (=6,7%) erfolgte eine Konvertierung der mediokarpalen Teilarthrodese in eine vollständige Handgelenksarthrodese. Die Konvertierung erfolgte durchschnittlich 38,9 Monaten (Min: 2; Max 160; Median: 14) nach der Teilversteifung. In 75 Fällen (=12,6%) trat eine behandlungsbedürftige Komplikation (Hämatom, Nachblutung, Infekt, Pseudarthrose) auf. Die Pseudarthrosenrate lag bei 3,7% (=22 Fälle). 13 Pseudarthrosen konnten durch Re-Operation zur Ausheilung gebracht werden, 9mal erfolgte eine Konvertierung zur vollständigen Handgelenksarthrodese.

Bei der Nachuntersuchung lag der DASH-Score bei 20,4 (Min:0; Max: 78,3). Die Schmerzen in Ruhe bei 1,4 auf der visuellen Analogskala von 0 bis 10, unter Belastung bei 3,3. Streckung/Beugung betrugen im Durchschnitt 33-0-31° entsprechend 71,7% der Gegenseite, ulnare/radiale Abduktion 23-0-7° entsprechend 74,0% der Gegenseite, die Umwendbewegung 72-0-81° entsprechend 95,8% der Gegenseite. Die Griffkraft betrug durchschnittlich 27,4 kg (Min: 2; Max: 51) entsprechend 90,3% der Gegenseite.

Alle nachuntersuchten Patienten wiesen radiologisch degenerative arthrotische Veränderungen auf, 20 (=33,3%) eine milde Arthrose der Fossa lunata (Knirk and Jupiter I) und 40 (=66,6%) eine fortgeschrittene (Knirk and Jupiter II oder III). Patienten mit erhaltener karpaler Höhe hatten weniger Schmerzen, bessere DASH-Scores und eine bessere Beweglichkeit. Andere radiologische Kriterien hatten keinen Einfluss auf den klinischen Verlauf.

Schlussfolgerung: Die mediokarpale Teilarthrodese ist ein haltbarer Eingriff mit konstant guten funktionellen und subjektiven Ergebnissen im Langzeitverlauf.