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52. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Handchirurgie

Deutsche Gesellschaft für Handchirurgie

06.10. - 08.10.2011, Bonn

Musculus abductor digiti minimi Lappenplastik zur Defektdeckung an der ulnaren Handkante nach abszedierender Infektion

Meeting Abstract

  • corresponding author presenting/speaker Peter Leonard Stollwerck - Universitätsklinik Schleswig-Holstein, Campus Lübeck, Sektion Plastische Chirurgie, Lübeck, Deutschland
  • Felix H. Stang
  • Michael Büschges
  • Frank Siemers
  • Peter Mailänder

Deutsche Gesellschaft für Handchirurgie. 52. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Handchirurgie. Bonn, 06.-08.10.2011. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2011. Doc11dgh74

DOI: 10.3205/11dgh74, URN: urn:nbn:de:0183-11dgh748

Published: October 5, 2011

© 2011 Stollwerck et al.
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Text

Fragestellung: Die Defektdeckung im Bereich der ulnaren Handkante sowie des Handrückens stellt hohe Ansprüche an den versorgenden plastischen Chirurgen. Im vorliegenden Fall wird die erfolgreiche Defektdeckung eines großen Hautweichteildefektes nach abszedierender Infektion durch M. Abductor digiti minimi (ADM) Muskellappenplastik präsentiert.

Methodik: Klinisches Fallbeispiel.

Ergebnisse: Ein 45-jähriger Mann stellte sich mit einer progredienten Infektion am rechten ulnaren Handrücken/Handkante nach 7 Tage zuvor erlittenem Bagatelltrauma in unserer Ambulanz vor. Es zeigte sich eine ausgeprägte abszedierende Infektion mit Schwellung, Rötung, Fieber und Überwärmung der Hand. Nach Debridement und begleitender systemischer antibiotischer Therapie mit Cephalosporinen konnte 4 Tage nach der Erstoperation der Wundverschluß des 7x5 cm messenden Defektes durch ADM-Lappenplastik und Spalthauttransplantation erfolgen. Im mikrobiologischen Abstrich konnte Staph. aureus nachgewiesen werden.Postoperativ entwickelte sich unter konsequenter Physiotherapie und Behandlung mit einem Kompressionshandschuh ein sehr gutes Ergebnis. Der Funktionsausfall des ADM wurde im Alltag vom Patienten nicht wahrgenommen.

Schlussfolgerung: Die Verwendung des M. abductor digiti minimi (ADM) als proximal gestielte Transpositions-Muskellappenplastik vom Axial-pattern-Typ wurde erstmals von Huber 1921 beschrieben. Die ADM-Muskellappenplastik ist bei korrekter Op-Technik ein sicheres Verfahren zur Defektdeckung im dorsoulnaren und ulnopalmaren Bereich der Mittelhand. Die Vorteile liegen in einer guten Durchblutung und Defektauffüllung. Die Hebemorbidität sowie der Funktionsverlust sind gering.