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51. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Handchirurgie

Deutsche Gesellschaft für Handchirurgie

07.10.- 09.10.2010, Nürnberg

Plastisch-chirurgische Therapieprinzipien bei Selbstverletzungen von Menschen mit Borderline-Persönlichkeitsstörung – eine retrospektive Analyse

Meeting Abstract

  • corresponding author presenting/speaker Felix Stang - Universitätsklinkum Lübeck, Sektion für Plastische Chirurgie, Handchirurgie und Intensiveinheit für Schwerbrandverletzte, Lübeck, Deutschland
  • Sebastian Rudolf
  • Frank Siemers
  • Tobias v. Wild
  • Peter Mailänder

Deutsche Gesellschaft für Handchirurgie. 51. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Handchirurgie. Nürnberg, 07.-09.10.2010. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2010. Doc10dgh31

DOI: 10.3205/10dgh31, URN: urn:nbn:de:0183-10dgh314

Published: September 16, 2010

© 2010 Stang et al.
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Fragestellung: Symptome der Borderline-Persönlichkeitsstörungen (BPS) sind unter anderen durch selbstverletzende Verhaltensweisen vor allem im Bereich der Hand und des Unterarms charakterisiert, die oft eine handchirurgische Konsultation erfordern.

Methodik: In den Jahren 2007–2010 wurden an unserer Klinik insgesamt 61 BPS-Patienten mit Selbstverletzungen behandelt und retrospektiv hinsichtlich Verletzungshäufigkeit, Verletzungsschwere und Art der chirurgischen Versorgung analysiert.

Ergebnisse: Bei 20 Patienten waren insgesamt 35 operative Eingriffe notwendig. 17 Patienten befanden sich zum Zeitpunkt der Vorstellung in stationärer psychiatrischer Therapie. 41 Patienten konnten konservativ behandelt werden. Führend waren Schnittverletzungen und thermische Schädigungen. In 5 Fällen waren bei Schnittverletzungen funktionelle Strukturen am Unterarm/Hand betroffen. 1 Fall zeigte ein posttraumatisches Karpaltunnelsyndrom nach stumpfem, repetitivem Schlagtrauma.

Schlussfolgerung: Das Vorliegen einer BPS macht es häufig erforderlich, von klassischen chirurgischen Behandlungsalgorithmen abzuweichen und einen interdisziplinären konservativen Therapieversuch vorzunehmen. Schwere Verläufe sind bei ausgeprägter BPS und laufender stationärer Therapie zu beobachten. Eine begleitende psychiatrische Betreuung ist unumgänglich.

Abbildung 1 [Abb. 1], Abbildung 2 [Abb. 2]