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51. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Handchirurgie

Deutsche Gesellschaft für Handchirurgie

07.10.- 09.10.2010, Nürnberg

Die Alterung der Hand. Voraussetzung für die Handrejuvenation

Meeting Abstract

  • corresponding author presenting/speaker Rafael Jakubietz - Klinik für Unfall-, Hand, Plastische und Wiederherstellungschirurgie, Universitätsklinik Würzburg, Würzburg, Deutschland
  • Michael Jakubietz
  • Danni Jakubietz
  • Karsten Schmidt
  • Rainer Meffert

Deutsche Gesellschaft für Handchirurgie. 51. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Handchirurgie. Nürnberg, 07.-09.10.2010. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2010. Doc10dgh29

DOI: 10.3205/10dgh29, URN: urn:nbn:de:0183-10dgh297

Published: September 16, 2010

© 2010 Jakubietz et al.
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Fragestellung: Die Ästhetik der Hand fand bisher in der Ästhetischen Chirurgie wenig Beachtung. Zunehmend jedoch werden von Ästhetischen Chirurgen Handrejuvenationen angeboten. Die Vielzahl von Verfahren entbehren meist einer fundierten Analyse des Alterungsprozess. Aufgrund vielfältiger Komplikationen kann eine fundierte Beratung nur durch in der Handchirurgie versierte Chirurgen erfolgen. Da nur sehr wenig über die Veränderungen der Hand im Alter bekannt ist erfolgte diese Studie zur Beschreibung des Alterungsprozesses. Das Wissen um die Idealästhetik und ihre Veränderung im Alter ist wichtig um Patienten entsprechend beraten zu können.

Methodik: 70 Männer und 70 Frauen ohne handverletzungen in der Vorgeschichte wurden rekrutiert und jeweils der Lebensdekade entsprechend in Gruppen eingeteilt, sodass zwischen 10 und 80 jeweils bis zu 10 Freiwillige pro Gruppe vorhanden waren. Standardisierte Photodokumentationen wurden angefertigt und von 2 unabhängigen Untersuchern im Hinblick auf Faltenmuster, Altersflecken, Volumenveränderungen, Venenzeichnung und Sichtbarkeit der Strecksehnen untersucht. Die Gelenkverdickung des PIP Gelenks wurde ebenfalls untersucht.

Ergebnisse: Die Faltenbildung erfolgt von ulnar nach radial, die ersten falten entstehen prinzipiell im 4ten Zwischenfingerraum. Die absolute Zahl an Venen verändert sich nicht, jedoch kommt es aufgrund des Elastizitätsverlustes der Haut zu einer besseren Sichtbarkeit und Durchschimmern der Eigenfarbe. Ein subkutaner Gewebemangel entsteht zunächst intermetacarpal. Extrinsische Alterung findet sich in der vermehrten Entstehung von Altersflecken und Vitiligo. Entgegen der weitverbreiteten Meinung konnte keine deutliche Gelenkverdickung der PIP Gelenke nachgewiesen werden.

Schlussfolgerung: Die Alterung der Hand bedarf besonderer Beachtung da in der Vergangenheit besonders von fachfremden Disziplinen Handverjüngungen angeboten wurden. Über den Alterungsprozess der Hand ist jedoch wenig bekannt. Eine ähnliche Herangehensweise zb im Gesicht ist undenkbar. Komplikationen nach Handverjüngung können zum Teil sehr Komplex sein und mit einem Funktionsverlust der Extremität erihergehen. Deswegen sollten diese Eingriffe nur von handchirurgisch versierten durchgeführt werden. Wie im Gesicht ist der Alterungsprozess der Hand multidimensional und bedarf einer dezidierten Herangehensweise. die einfache Injektion eines Fillers im Handrückenberich kann deswegen nicht zu einem ästhetisch ansprechenden Ergebnis führen.