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51. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Handchirurgie

Deutsche Gesellschaft für Handchirurgie

07.10.- 09.10.2010, Nürnberg

Sparsame Resektions-Interpositionsarthroplastik mit Re-Routing der ECU-Sehne zur Behandlung der DRUG-Arthrose-Methode und erste Ergebnisse

Meeting Abstract

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Deutsche Gesellschaft für Handchirurgie. 51. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Handchirurgie. Nürnberg, 07.-09.10.2010. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2010. Doc10dgh20

DOI: 10.3205/10dgh20, URN: urn:nbn:de:0183-10dgh204

Published: September 16, 2010

© 2010 Kreutzheide.
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Fragestellung: Die Arthrose des distalen Radio-Ulnar-Gelenkes (DRUG) verursacht bei den betroffenen Patienten eine schmerzhafte Einschränkung der Unterarmdrehung und eine Kraftminderung. Häufigste Ursache ist die distale Radiusfraktur. Die bislang gängigen Operationsverfahren sind die Kapandji-Sauvé-Operation und die Hemiresektions- Interpositionsarthroplastik nach Bowers. Meist kann eine Verbesserung der Kraft und eine Verringerung der Schmerzen erreicht werden. Nachteile dieser beiden als Rettungsoperationen zu bewertenden Verfahren bestehen in einem schmerzhaften radio-ulnaren Impingement durch Anstoßen der distalen Ulna, Bildung von Pseudarthrosen, Auftreten des Ulna-Impaction-Syndromes durch Anstoßen der distalen Ulna an das Os triquetrum bei ungenügender Kürzung sowie sekundäre knöcherne Überbrückung der Resektion mit erneuter Einschränkung der Umwendbewegungen.

Unsere neuartigen Kombination und Modifikation erscheint nach den ersten Ergebnissen weniger traumatisch und weniger komplikationsbehaftet.

Methodik: Die Operationstechnik ist eine Modifikation der "Matched distal ulna resection" nach Watson. Die Methode besteht in einer sparsamen Resektionsarthroplastik unter Belassen des Ulnakopfes und des Proc. styloideus ulnae mit dem TFCC, kombiniert mit einer Denervation des N. interosseus posterior und der ulnarseitigen Rr. articulares. Zusätzlich erfolgt die Interposition eines radialseitig gestielten streifenförmigen Kapsel-Lappens analog dem Bowers-Verfahren. Ferner wird ein Re-Routing der Extensor-carpi-ulnaris- (ECU-) Sehne mit einem Streifen des Retinaculum extensorum durchgeführt.

Im Zeitraum von 10/2007 bis 04/2010 operierten wir 14 Patienten in dieser Technik, um damit DRUG-Arthrosen unterschiedlicher Genese zu behandeln. Es handelte sich dabei um 7 Frauen und 7 Männer mit einem Durchschnittsalter von 58 Jahren (Spanne von 39 bis 82 Jahre). Die Nachbehandlung beinhaltete eine Ruhigstellung auf der Oberarmgipssschiene für 3 Wochen und anschließend für weitere 3 Wochen im Unterarmgips resp. Handgelenksorthese mit Krankengymnastik ab der 6. postoperativen Woche mit einem Belastungsaufbau bis incl. der 8. postoperativen Woche.

Ergebnisse: Bei 12 von 14 Patienten konnte eine Verbesserung ihrer Beweglichkeit, insbesondere der Pro- und Supinationsbewegung, und eine Kraftzunahme erreicht werden. Ferner ließ die Schmerzsymptomatik in 11 von 14 Fällen nach. Bei einer Patientin entwickelte sich ein komplexes regionales Schmerzsyndrom (CRPS). In einem anderen Fall bei einem Marcumar-Patienten kam es zu einem postoperativen Hämatom und einer diskreten Wundrandrötung. Dieser Patient war in der Beweglichkeit eingeschränkt und wurde revidiert, um dabei die entstandene Verkalkung und beginnende Überbrückung zu entfernen. Die anderen postoperativen Verläufe gestalteten sich komplikationslos.

Schlussfolgerung: Die bislang gängigen Operationsverfahren stellen eine Rettungsoperation mit einem erheblichen Eingriff in die Biomechanik des DRUG dar. Durch die von uns durchgeführte Operation wird mit dem Erhalt des TFCC und des Ulnakopfes ein wesentlicher Bestandteil zur Stabilisierung des Gelenkes erhalten. Durch das Re-Routing der ECU-Sehne wird das DRUG zusätzlich stabilisiert. Zur Vermeidung des radio- ulnaren Impingements und Verbesserung des Gleitens bei der Drehbewegung des Unterarmes wird der Kapselstreifen interponiert. Durch das Verfahren werden die anatomischen Gegebenheiten weitgehend wiederhergestellt. Die Patienten profitieren durch eine Schmerzlinderung, eine Verbesserung der Umwendbewegungen des Unterarmes und eine Vermehrung der Kraft. Insgesamt zeigte sich bei einer Mehrheit der nachuntersuchten Patienten eine Verbesserung des DASH-Scores, eine Zunahme der Kraft und eine Verbesserung der Lebensqualität.