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51. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Handchirurgie

Deutsche Gesellschaft für Handchirurgie

07.10.- 09.10.2010, Nürnberg

Impingementsyndrome des Os pisiforme nach Proximal Row Carpectomy

Meeting Abstract

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  • corresponding author presenting/speaker Sebastian Kluge - Schulthess Klinik, Zentrum für Handchirurgie, Zürich, Schweiz
  • Stephan Schindele
  • Daniel Herren

Deutsche Gesellschaft für Handchirurgie. 51. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Handchirurgie. Nürnberg, 07.-09.10.2010. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2010. Doc10dgh17

DOI: 10.3205/10dgh17, URN: urn:nbn:de:0183-10dgh172

Published: September 16, 2010

© 2010 Kluge et al.
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Fragestellung: Die Entfernung der proximalen Handwurzelreihe (PRC) stellt sowohl in Fällen posttraumatischer Handgelenksarthrose, bei denen das Midkarpalgelenk ausgespart ist, als auch bei fortgeschrittenen aseptischen Knochennekrosen wie der Lunatummalazie eine bewährte Operationsmethode dar, deren funktionelle Ergebnisse mit denen der mediokarpalen Teilarthrodese vergleichbar sind. Im Gegensatz zur mediokarpalen Arthrodese tritt bei der PRC eine Proximalisierung der distalen Handwurzelreihe auf, die sekundäre Probleme, zum Beispiel ein radiokarpales Impingement, nach sich ziehen kann. Impingementsyndrome durch das verbleibende Os pisiforme wurden bisher nicht beschrieben.

Methodik: In den postoperativen Nachkontrollen unserer Klinik fielen bei zwei mittels PRC versorgten Patienten bewegungsabhängige ulnokarpale Schmerzen auf. Die klinische Untersuchung blieb sowohl bei Flexion und Extension als auch der Radialduktion unauffällig, zeigte jedoch in bestimmten Winkelgraden der Ulnarduktion stechende Schmerzen, punktuell war ein positives ulnokarpales Grinding vorhanden. In Neutralstellung des Handgelenkes war der Untersuchungsbefund am Os pisiforme unauffällig, in Ulnarduktion konnte jedoch eine Druckschmerzsymptomatik ausgelöst werden.

Ergebnisse: Bereits die Nativröntgenbilder beider Patienten legten den Verdacht auf eine Impingementsymptomatik des Os pisiforme nahe, die definitive Diagnosestellung erfolgte aber klinisch und in der Schnittbilddiagnostik. Bei beiden Patienten wurde eine CT-Untersuchung veranlasst, in einem der beiden Fälle auch eine Kernspintomographie, die jedoch, vermutlich durch das nur positionsabhängige intermittierende Impingement, nur geringe Veränderungen mit allenfalls minimalem Knochenmarksödem zeigte. In der CT-Diagnostik konnten hingegen Osteolysen sichtbar gemacht werden, die die Verdachtsdiagnose erhärteten. Sie waren in beiden Fällen durch ein Impingement am Processus styloideus ulnae, in einem Fall zusätzlich am Os hamatum verursacht.

Schlussfolgerung: Eine symptomatisches Impingement des Os pisiforme nach PRC ist eine seltene Entität, über die bisher keine publizierten Daten existieren. Dennoch sollte bei Patienten, die nach einer Entfernung der proximalen Handwurzelreihe ulnokarpale Beschwerden entwickeln, an ein Impingementsyndrom des Os pisiforme gedacht werden. In diesen Fällen empfehlen wir eine Resektion des Os pisiforme, dessen sekundär stabilisierender Einfluss auf die proximale Handwurzelreihe nach PRC ohnehin wegfällt.

Abbildung 1 [Abb. 1], Abbildung 2 [Abb. 2], Abbildung 3 [Abb. 3]