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50. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Handchirurgie

Deutsche Gesellschaft für Handchirurgie

08.10.- 10.10.2009, Tübingen

Die MBW Handgelenk Endoprothese: Fluch und Segen

Meeting Abstract

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  • corresponding author presenting/speaker Alexander Schütz - sporthopaedicum straubing-berlin-regensburg, Handchirurgie, Regensburg, Deutschland
  • Manfred Graßl
  • Mario Dutz

Deutsche Gesellschaft für Handchirurgie. 50. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Handchirurgie. Tübingen, 08.-10.10.2009. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2009. Doc09dgh71

DOI: 10.3205/09dgh71, URN: urn:nbn:de:0183-09dgh717

Published: October 5, 2009

© 2009 Schütz et al.
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Fragestellung: Zu welch unterschiedlichen Ergebnissen die Implantation der MBW Handgelenk Endoprothese bei gleichem Operateur und identischer Op-Technik führen kann, sei anhand zweier Fallbeispiele erläutert.

Methodik: Bei der MBW Handgelenk Endoprothese handelt es sich um eine Keramik Prothese mit einer Bioverit beschichteten Zirkondioxidoberfläche. Ihr Einsatz kann bei fortgeschrittener schmerzhafter posttraumatischer oder idiopathischer Handgelenksarthrose indiziert sein. Die Implantation erfolgt standardisiert nach Resektion der proximalen Handwurzelreihe. Wir setzten die Endoprothese unter anderem bei einem 70-jährigen Patienten (A) mit primärer idiopathischer Arthrose und einem 46-jährigen Patienten (B) mit posttraumatischer Arthrose ein. Die Op Technik und Nachbehandlung war identisch.

Ergebnisse: Bei Patient A kam es zu einer guten Einheilung der Endoprothese. 1 Jahr postoperativ betrug der ROM in Extension / Flexion an der operierten Hand 70°. In der Schmerzskala wurden in Ruhe 0 von 10, bei Maximalbelastung 3 von 10 angegeben. Bei Patient B waren die Schmerzen ebenfalls primär gebessert, nahmen aber im Verlauf wieder zu. Verantwortlich war eine fehlende ossäre Integration des Prothesenschaftes im os capitatum, die weder durch erneute Ruhigstellung im Scaphoidcast, noch durch weitere Maßnahmen (u.a. low itensity pulsed ultrasound) zu bessern war. Der Prothesenschaft im os capitatum luxierte bei der Revisionsoperation intraoperativ spontan, im Radius hingegen war er so stark integriert, dass er bei der fälligen Umwandlung in die definitive Handgelenksarthrodese erst nach Aufmeißeln und Entdeckeln des distalen Radius bei hohem operativen Aufwand mühsam geborgen werden konnte.

Schlussfolgerung: Das Ergebnis der MBW Handgelenk Prothesenimplantation ist im Einzelfall nicht vorhersehbar. Der Patient kann eine definitive Verbesserung der Lebenssituation erfahren, muss aber auch mit einem Prothesenversagen und technisch aufwändigen, komplikationsträchtigen Folgeoperationen rechnen.