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50. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Handchirurgie

Deutsche Gesellschaft für Handchirurgie

08.10.- 10.10.2009, Tübingen

Subunguales Melanom am Daumen – plastische Defektdeckung als Alternative zur Amputation

Meeting Abstract

  • corresponding author presenting/speaker Felix Stang - Universitätsklinikum Schleswig-Holstein, Plastische Chirurgie, Handchirurgie, Intensiveinheit für Schwerbrandverletzte, Lübeck, Deutschland
  • Frank Siemers
  • Peter Stollwerck
  • Thomas Lange
  • Peter Mailänder

Deutsche Gesellschaft für Handchirurgie. 50. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Handchirurgie. Tübingen, 08.-10.10.2009. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2009. Doc09dgh37

DOI: 10.3205/09dgh37, URN: urn:nbn:de:0183-09dgh377

Published: October 5, 2009

© 2009 Stang et al.
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Text

Fragestellung: Eine 42-jährige Frau wurde mit einem subungualem Melanom am rechten Daumen zur weiteren Therapie vorgestellt. Alio loco wurde in der Dermatologie bereits eine Exzision non in sano mit temporärem Wundverschluss und positiver Sentinel-Lymphknotenextirpation in der Axilla durchgeführt.

Methodik: Wir führten zunächst eine Nachresektion des Nagelbettes durch, bei der der Tumor histologisch vollständig entfernt wurde. Gleichzeitig wurde eine komplette axilläre Lymphadenektomie vorgenommen, bei der keine weiteren befallenen Lymphknoten nachgewiesen werden konnten. Daher wurde zum Längenerhalt des Daumens bei einer Rechtshänderin auf eine Amputation verzichtet und bei freiliegendem Nagelkranz die Defektdeckung mit einem Foucher-Lappen modifiziert nach Holevich durchgeführt.

Ergebnisse: Postoperativ zeigte sich eine primäre Wundheilung und die Patientin konnte mit einer guten Funktion entlassen werden. Ein Anhalt für ein Lokalrezidiv zeigte sich bis dato nicht.

Schlussfolgerung: Subunguale Melanome machen weniger als 3% aller kutaner Melanome aus. Die Therapierichtlinien sehen einen ausreichend großen Resektionsabstand (nach Breslow) vor, der bei subungualer Lokalisation nicht erreicht werden kann. Alternativ ist dann die Amputation in Betracht zu ziehen, die jedoch am Daumen mit deutlichen Funktionseinbußen einhergeht. Sorgfältige onkologische Kontrollen vorausgesetzt kann ein Einzelfällen mittels aufwändiger plastisch-chirurgischer Rekonstruktionsmaßnahmen eine Amputation vermieden werden.