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50. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Handchirurgie

Deutsche Gesellschaft für Handchirurgie

08.10.- 10.10.2009, Tübingen

Neue molekulare Charakteristika der Dupuytren’schen Kontraktur

Meeting Abstract

  • corresponding author presenting/speaker Barbara Vaerst - LMU München, Experimed, Deutschland
  • Elias Volkmer
  • Denitsa Docheva
  • Michael Kunzelmann
  • Joe Hellers
  • Wolf Mutschler
  • Stephan Deiler
  • Matthias Schieker

Deutsche Gesellschaft für Handchirurgie. 50. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Handchirurgie. Tübingen, 08.-10.10.2009. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2009. Doc09dgh32

DOI: 10.3205/09dgh32, URN: urn:nbn:de:0183-09dgh323

Published: October 5, 2009

© 2009 Vaerst et al.
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Fragestellung: Goldstandard in der Therapie der fortgeschrittenen Dupuytren’schen Kontraktur (DK) ist nach wie vor die Resektion des befallenen Gewebes mit allen bekannten Nebenwirkungen. Mit dem Ziel, neue therapeutische Strategien zu entwickeln, haben wir die DK auf zellulärer und molekularer Ebene genauer charakterisiert. Da vermutet wird, dass eine verringerte vaskuläre Versorgung des Gewebes eine Rolle in der Krankheitsgenese spielt, haben wir Zellen aus primärem Dupuytren (PD), aus Dupuytren-Rezidiven (RD) und aus gesunder Palmaraponeurose (HA) isoliert und diese Wachstumsanalysen unter verschiedenen Sauerstoffkonzentrationen unterzogen. Außerdem haben wir, da bereits nachgewiesen wurde, dass das Matrixprotein Fibronectin in DK Gewebe hoch-reguliert ist, die Fibronectin-bindenden Integrine auf PCR-Ebene verglichen.

Methodik: Primäre Zellen wurden aus OP-Proben aus HA, PD und RD mittels Collagenase-Verdau isoliert (16h) und unter Standard-Zellkulturbedingungen expandiert. Wachstumskurven wurden über 100 Tage in Normoxie und über 14 Tage in Normoxie und Hypoxie erstellt. Außerdem wurden Colony forming units (CFU) über 14 Tage in Normoxie durchgeführt. Eine semiquantitative PCR Analyse wurde für die Integrine beta3, beta5 sowie für Fibronectin durchgeführt.

Ergebnisse: Unter Normoxie wuchsen PD-Zellen signifikant schneller als RD-Zellen, die wiederum schneller wuchsen als Zellen aus HA. PD und HA Zellen gehen in Normoxie nach ca. 40 Tagen in Seneszenz, während RD Zellen über 100 Tage in Zellkultur proliferierten. Unter Hypoxie hingegen wuchsen RD Zellen genauso schnell wie PD Zellen, beide jedoch besser als HA-Zellen. Der CFU assay ergab, dass PD Zellen etwa 2,5-fach so stark proliferierten wie RD Zellen, welche doppelt so gut proliferierten wie HA Zellen. Die semiquantitative PCR Analyse zeigte, dass die Fibronectin-bindenden Integrine beta3 und beta5 in PD- und RD-Zellen im Vergleich zu HA-Zellen deutlich vermehrt exprimiert wurden, Fibronectin selbst war jedoch in keinem Zelltyp erhöht.

Schlussfolgerung: Sowohl PD- als auch RD-Zellen wachsen schneller in Hypoxie als HA Zellen, was darauf hindeutet, dass eine verringerte Sauerstoffzufuhr ein Co-Faktor für die Genese der DK sein könnte. PD Zellen wachsen schneller als RD Zellen in Normoxie, was bedeuten könnte, dass in PD eine Störung der Wachstumsregulation der initiale Auslöser ist. Da RD-Zellen innerhalb von 100 Tagen in Kultur nicht in Seneszenz gingen, muss angenommen werden, dass diese Zellen weitere Defekte in Seneszenz-regulierenden Genen haben. Dies könnte erklären, die DK in einigen Fällen rezidiviert und in anderen nicht. Fibronectin, was wie bereits gezeigt in DK-Gewebe hoch-reguliert ist, zeigt sich in allen isolierten Zellen auf dem gleichen Niveau, wahrscheinlich weil Fibronectin ein Matrixprotein ist, welches sezerniert wird. Dass allerdings die Fibronectin-bindenden Integrine beta3 und beta5 in DK Zellen erhöht sind, weist daraufhin, dass Zell- Matrix-Interaktionen ebenfalls den Verlauf der Krankheit beeinflussen.