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50. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Handchirurgie

Deutsche Gesellschaft für Handchirurgie

08.10.- 10.10.2009, Tübingen

Freie mikrovaskuläre Thenar- und Perforatorlappen zur Defektdeckung am Finger

Meeting Abstract

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  • corresponding author presenting/speaker Karl Heinz Bürger - Landeskrankenhaus Klagenfurt, Unfallchirurgie, Klagenfurt, Österreich
  • Alexander Gaggl
  • E. Müller

Deutsche Gesellschaft für Handchirurgie. 50. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Handchirurgie. Tübingen, 08.-10.10.2009. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2009. Doc09dgh11

DOI: 10.3205/09dgh11, URN: urn:nbn:de:0183-09dgh113

Published: October 5, 2009

© 2009 Bürger et al.
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Fragestellung: Die dimensions- und gewebegerechte Deckung von Defekten nach ablativer Tumorchirurgie oder Traumen ist eine wesentliche Voraussetzung für die Wiedererlangung der Handfunktionen. In Abhängigkeit der Defektmorphologie und -lokalisation stehen dabei lokal-gestielte und freie Lappenplastiken zur Defektdeckung zur Verfügung. Im Rahmen dieses Vortrags werden verschiedene mikrovaskuläre Kleinlappenplastiken zur Fingerrekonstruktion vorgestellt und die Ergebnisse diskutiert.

Methodik: Bei 12 Patienten mit Weichteildefekten erfolgte die Rekonstruktion mit mikrovaskulären Kleintransplantaten. Dabei wurden die Rekonstruktionen in 6 Fällen mit mikrovaskulären Thenartransplantaten, in 5 Fällen mit Arteria ulnaris Perforatorlappen und in einem Fall mit einem Antero-lateralen Oberschenkel-Perforatorlappen (ALTP) durchgeführt. Der mikrochirurgische Gefäßanschluss erfolgte in jedem Fall in Form einer End-zu-End- oder End-zu-Seit-Anastomose an die Digitalgefäße. Der Längsdurchmesser und der Querduchmesser der Transplantate betrugen jeweils zwischen 1,5 und 4 cm. Der Gefäßstiel war zwischen 1 cm und 3 cm lang. Der Gefäßdurchmesser betrug zwischen 0,5 und 1 mm.

Ergebnisse: Alle Anastomosen konnten komplikationsfrei durchgeführt werden und waren somit von einem unauffälligen Heilungsverlauf gefolgt. Die Rekonstruktion führte in jedem Fall zu einem ästhetisch und funktionell zufriedenstellenden Ergebnis im Transplantatbereich und der Spenderregion. Es kam zu keinen Komplikationen im Bereich der Transplantatentnahmestellen. Das mikrovaskuläre Thenartransplantat wurde dabei vor allem zur Deckung von Defekten in stärker belasteten Bereichen eingesetzt. Die Arteria ulnaris Perforatorlappen wurden überwiegend an der weniger belasteten Fingerstreckseite verwendet. Mit der Faszie des ALTP-Lappens erfolgte die Rekonstruktion des Ringbandapparates, während die Haut-Fettalteile zur Deckung des Hautdefektes verwendet wurden.

Schlussfolgerung: Der Einsatz von mikrovaskulären Kleintransplantaten ist eine sinnvolle Ergänzung des rekonstruktive Repertoires zur Deckung von Fingerdefekten. Dabei werden je nach Art des Gewebsdefizits Transplantate aus arteriellen Endversorgungsgebieten unterschiedlicher Körperregionen eingesetzt. Kleine und kurze Gefäßstiele können Dank verfeinerter mikrochirurgischer Techniken erfolgreich zu Digitalgefäßen anastomosiert werden. Durch die geringe Transplantatdimension ergibt sich eine geringe Spendermorbidität. Zudem wird die arterielle Hauptstrombahn der Spenderregion nicht beeinträchtigt.