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3. Wissenschaftlicher Kongress der Deutschen Gesellschaft für Essstörungen e. V. (DGESS)

Deutsche Gesellschaft für Essstörungen e. V.

23.02. - 25.02.2012, Hannover

Internetbasierte Ansätze in der Therapie von Anorexia nervosa (AN)

Meeting Abstract

Deutsche Gesellschaft für Essstörungen e.V. (DGESS). 3. Wissenschaftlicher Kongress der Deutschen Gesellschaft für Essstörungen. Hannover, 23.-25.02.2012. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2012. Doc12dgess036

DOI: 10.3205/12dgess036, URN: urn:nbn:de:0183-12dgess0360

Published: February 8, 2012

© 2012 Fichter et al.
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Hintergrund: Anorexia nervosa (AN) hat eine sehr hohe Rückfall- und Mortalitätsrate. Es gibt weltweit nur wenig kontrollierte Psychotherapie-Studien und bisher keine Internet-Rückfallprophylaxe-Studie zu AN.

Methodik: Wir führten eine randomisierte, kontrollierte Studie durch, bei der (gemäß Powerberechnungen) 258 AN-Patientinnen bei Ende einer stationären Behandlung in eine von zwei Bedingungen randomisiert wurden: 1. neunmonatiges internetbasiertes Rückfallprophylaxeprogramm (RP), oder 2. Treatment as usual (TAU). Weitere neun Monate später erfolgte eine Neunmonatskatamnese. Das Rückfallprophylaxeprogramm (RP) beinhaltete die wesentlichen Elemente der kognitiven Verhaltenstherapie bei AN. Primäre Hypothese war, dass sich das internetbasierte Rückfallprophylaxeprogramm RP hinsichtlich des Haltens oder weiteren Aufbaus von Körpergewicht gegenüber TAU als wirkungsvoller erweisen würde. Das Körpergewicht wurde beim Arzt gewogen. Außerdem fanden Experteninterviews (SIAB-EX, PSR, SKID-I, Morgan-Russell-Skala) und Selbsteinschätzungsskalen (SIAB-S, EDI-II, BSI, BIS-11) Verwendung.

Ergebnisse: Bis 11/2011 werden der Hauptteil der Ergebnisse der Rückfallprophylaxe im Vergleich zu „Treatment as usual“ bei Programmende und erste Ergebnisse der 9-Monatskatamnese vorliegen. Der Hauptteil der Studie konnte erfolgreich zu Ende geführt werden und Follow-up ist in Bearbeitung. Zwischenauswertungen zeigen, dass die Dropout-Rate geringer war, als aufgrund der Ergebnisse anderer Studien bei AN zu befürchten war; damit sind die Ergebnisse gut interpretierbar. Von den Patientinnen, die das RP-Programm durchlaufen hatten, gaben 76,5% die Einschätzung, dass sie das Programm anderen Betroffenen sehr bzw. voll und ganz weiterempfehlen. Weitere 15,3% gaben eine „deutliche“ Empfehlung. Magersüchtige, die alle 9 Internt-Sitzungen über den 9-Monatszeitraum mitmachten, hatten die besten „Outcome“-Ergebnisse bei Ende des Programms.

Diskussion: Internetbasierte Ansätze bei Anorexia nervosa sind sehr vielversprechend für die Zukunft.