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129. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie

24.04. - 27.04.2012, Berlin

Lassen sich Karriere und Soziales in der Visceralchirurgie miteinander verbinden-eine Erhebung der Chirurgischen Arbeitsgemeinschaft Junge Chirurgen

Meeting Abstract

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  • Petra Kühn - Universitätsklinik Bochum Langendreer, Allgemeinchirurgie, Bochum
  • Urte Zurbuchen - Charité - Campus Benjamin Franklin, Chirurgische Klinik I, Berlin
  • Felix Rückert - Universitätsklinikum Dresden, Vizeral-, Thorax- und Gefäßchirurgie, Dresden

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie. 129. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie. Berlin, 24.-27.04.2012. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2012. Doc12dgch555

DOI: 10.3205/12dgch555, URN: urn:nbn:de:0183-12dgch5555

Published: April 23, 2012

© 2012 Kühn et al.
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Einleitung: Die Visceralchirurgie ist ein anspruchsvolles und attraktives Fachgebiet der Medizin. Dennoch sinkt die Zahl der Berufsanwärter und und unter den Assistenten ist die Unzufriedenheit groß. Die meiste Kritik zielt auf die work-life-balance. Ziel dieser Studie ist die Erhebung des „Ist-Zustandes“ der sozialen Rahmenbedingungen an viszeralchirurgischen Kliniken in der Bundesrepublik Deutschland.

Material und Methoden: Es wurde ein anoymer Online-Fragebogen für Chefärzte und für Mitarbeiter (Oberärzte und Assistenten) an 2700 Mitglieder der DGAV verschickt. Die Auswertung erfolgte anhand der ersten 300 korrekt ausgefüllten Bögen.

Ergebnisse: Die Verteilung der Teilnehmer über die einzelnen Dienstgruppen (CA, OA, ASS) wie auch über den Krankenhausversorgungstyp (Universität, Maximalversorger, Schwerpunktversorger, Grund- und Regelversorger) waren ausgeglichen. In 71% der Häuser betrug der Assistentenanteil an der Gesamtabteilung >60%. Es wurden durchschnittlich 20 Überstunden/Woche geleistet. Die Möglichkeit Teilzeitangebote wahrzunehmen, war nur in 47% (n=127) der Kliniken gegeben, überwiegend Grund- und Regelversorger. Die Angaben der in Teilzeit arbeitenden Kollegen zu ihrer Ausbildung zeigt, dass 67,5% (n=186) nicht strukturiert im OP eingesetzt werden. In 54% (n=147) gab es kein KITA-Angebot. Die meisten KITA-Möglichkeiten boten die Unis (45%, n=38). 73% (n=53)aller Chefärzte halten Familie und Karriere für vereinbar, 78% (n=136) aller Assistenten sehen keine Möglichkeit.

Schlussfolgerung: Bezüglich der sozialen Situation an deutschen Kliniken besteht eine große Diskrepanz. Im Mittel ist die Situation allerdings schwierig. Ubiquitär besteht ein Mitarbeitermangel. Da immer mehr Frauen in der Chirurgie tätig sind, beurteilen wir die mäßige Dichte an Kinderbetreuungsangeboten, korreliert mit dem geringen Teilzeitangebot als verbesserungswürdig. Auch die Motivation eine chirurgische Teilzeitstelle anzunehmen, kann durch eine verbesserte Weiterbildung gesteigert werden. Diese Befragung liefert die ersten validen Daten und Verbesserungsansätze um das Fach „Visceralchirurgie“ für mehr Studierende und junge Kollegen interessant zu machen.