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129. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie

24.04. - 27.04.2012, Berlin

Komplikationen der inzisionalen Herniotomie mit dem Composix Netz

Meeting Abstract

  • Armin Strauß - Universitätsklinikum Würzburg, Klinik für Allgemein-, Viszeral-, Gefäß- und Kinderchirurgie, Würzburg
  • Ulrich Dietz - Universitätsklinikum Würzburg, Klinik für Allgemein-, Viszeral-, Gefäß- und Kinderchirurgie, Würzburg
  • Leo Spor - Universitätsklinikum Würzburg, Klinik für Allgemein-, Viszeral-, Gefäß- und Kinderchirurgie, Würzburg
  • Nicolas Schlegel - Universitätsklinikum Würzburg, Klinik für Allgemein-, Viszeral-, Gefäß- und Kinderchirurgie, Würzburg
  • Christoph-Thomas Germer - Universitätsklinikum Würzburg, Klinik für Allgemein-, Viszeral-, Gefäß- und Kinderchirurgie, Würzburg

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie. 129. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie. Berlin, 24.-27.04.2012. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2012. Doc12dgch517

DOI: 10.3205/12dgch517, URN: urn:nbn:de:0183-12dgch5179

Published: April 23, 2012

© 2012 Strauß et al.
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Einleitung: Herniotomien stellen einen der häufigsten chirurgischen Eingriffe weltweit dar. Bei der Versorgung Inzisionaler Hernien, sowohl primärer als auch von Rezidiv-Hernien, stellt die Implantation von Netzen den Goldstandard dar. Allerdings gibt es keine einheitliche Richtlinie, welche Art von Netz und Operation bei welcher Art von Hernie indiziert ist.

Material und Methoden: Bei 21 Patienten mit einer inzisionalen Hernie implantierten wir ein spezielles Zwei-Komponenten Netz (Composix, BARD) in IPOM Position. Das Netz weist auf der einen Seite eine ePTFE Schicht auf, welche intraabdominelle Verwachsungen minimieren soll. Auf der anderen Seite ist eine dreidimensionale Polypropylen-Struktur, welche für eine gutes einwachsen sorgen soll. Die Form des Netzes wird mit einem peripheren Ring aufgespannt. Das Durchschnittsalter der Patienten betrug 63,2 (±13,7) Jahre zum Zeitpunkt der Operation. Das Follow-up betrug im Durchschnitt 41 Monate. Bei 18 Patienten bestanden 3 oder mehr Risikofaktoren für das Auftreten einer Narbenhernie.

Ergebnisse: 16 der 21 Patienten erlitten im postoperativen Verlauf mindestens eine Netz assoziierte Komplikation. 12 Patienten litten unter chronischen Bauchwandschmerzen, 5 hatten eine Wundheilungsstörung. Bei 4 Patienten trat ein Rezidiv auf, bei 7 Patienten musste das Netz explantiert werden, 3 mal aufgrund eines chronischen Infektes und 4 mal wegen chronischer Schmerzen. Die netzbedingte Komplikationsrate lag somit bei 9/21 (42%). Im Vergleich zu Angaben in der Literatur und den eigenen Erfahrungen stellt dies eine überdurchschnittlich hohe Komplikationsrate dar. Anhand dieser Erfahrungen haben wir uns für ein alternatives Netz entschieden.

Schlussfolgerung: Nicht alle Netztypen scheinen gleich gute Langzeitergebnisse zu liefern. Das Composix Netz weist in unserem risikoreichen Patientenkollektiv überdurchschnittlich hohe Komplikationsraten auf. Solange die Datenlage die Wahl des Netzes in der risikoadaptierten Situation nicht ausreichend unterstützt, wird der Chirurg im individualfall aus Erfahrung handeln müssen. Der Bedarf an neuen Studien ist eindeutig.