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129. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie

24.04. - 27.04.2012, Berlin

Vorhersagbarkeit der Patchnotwendigkeit bei der operativen Korrektur kongenitaler Zwerchfellhernien anhand fetaler Lungenvolumenbestimmungen im MRT

Meeting Abstract

  • Katrin Bettina Zahn - UMM Mannheim, Kinderchirurgie, Mannheim
  • Thomas Schaible - UMM Mannheim, Neonatologische Intensivstation, Mannheim
  • Karen Büsing - UMM Mannheim, Radiologische Klinik, Mannheim
  • Wolfgang Neff - UMM Mannheim, Radiologische Klinik, Mannheim
  • Lukas Wessel - UMM Mannheim, Kinderchirurgie, Mannheim

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie. 129. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie. Berlin, 24.-27.04.2012. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2012. Doc12dgch480

DOI: 10.3205/12dgch480, URN: urn:nbn:de:0183-12dgch4800

Published: April 23, 2012

© 2012 Zahn et al.
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Einleitung: Der prädiktive Wert von Messungen des fetalen Lungenvolumens bei MRT-Untersuchungen in der 34. Schwangerschaftswoche ist bereits für das Überleben und die Notwendigkeit der ECMO-Therapie bei Kindern mit kongenitaler Zwerchfellhernie gezeigt worden. Auch die Reliabilität von Berechnungen, die auf dem relativen fetalen Lungenvolumen basieren, wurde gezeigt. Zweck dieser Studie war, die Vorhersagbarkeit einer operativen Korrektur mittels Patch bei Neugeborenen mit kongenitaler Zwerchfellhernie anhand der fetalen Lungenvolumetrie im MRT zu bestimmen.

Material und Methoden: Pränatale MRT-Untersuchungen wurden an 172 Feten zwischen der 29. und 38. Schwangerschaftswoche durchgeführt. Hierbei wurde ein 1.5 Teslar MRT angewendet, mit dem multiplanare T2-gewichtete Haste-Bilder generiert wurden. Anschließend erfolgte eine Planimetrie mit Volumenbestimmung mittels einer semiautomatischen Umfahrung der abgebildeten Lunge in den aufeinanderfolgenden Schichten durch 2 erfahrene Radiologen. Aufgrund zuvor durchgeführter Studien zur Bestimmung des Lungenvolumens normaler und hypoplastischer Lungen, konnte das relative fetale Lungenvolumen korrigiert für das Gestationsalter in Prozent berechnet werden.

Ergebnisse: Das relative fetale Lungenvolumen konnte als hochsignifikanter Prädiktor für einen Defektverschluss mittels Patch bei Neugeborenen mit kongenitaler Zwerchfellhernie bestimmt werden (p<0.0001). Als statistisch signifikante Risikofaktoren für die Notwendigkeit eines Patchverschlusses wurden die ECMO-Therapie (p<0.0005) und die Leberposition bei linksseitiger Zwerchfellhernie im fetalen MRT (p<0.0005) und intraoperativ (p<0.0001) identifiziert. Keinen Einfluss hatten hingegen die Seite des Zwerchfelldefektes (p=0.2117), Geschlecht (p=0.3946) und Geburtsgewicht (p=0.4549).

Schlussfolgerung: Die Lungenvolumetrie im fetalen MRT hat einen sehr guten prognostischen Wert bezüglich der Planung des postnatalen operativen Eingriffes bei Neugeborenen mit kongenitaler Zwerchfellhernie. Diese Methode ist auch bei der pränatalen Beratung der Eltern in Bezug auf Überlebenswahrscheinlichkeit und Notwendigkeit einer ECMO-Therapie verlässlich. Anhand der fetalen Lungenvolumetrie ist eine gute Risikoabschätzung für das Neugeborene möglich. Um eine optimale postnatale Versorgung von Risiko-Neugeborenen zu gewährleisten, sollte eine ‚in utero‘ Verlegung an ein Zwerchfellhernien-Zentrum erfolgen.