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129. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie

24.04. - 27.04.2012, Berlin

Perioperative Ergebnisse und Langzeit-Überleben von CED-assoziierten und sporadischen kolorektalen Karzinomen: Eine matched-pair Analyse

Meeting Abstract

  • Bernhard Renz - Klinikum der Universität München - Grosshadern, Klinik und Poliklinik für Chirurgie, München
  • Wolfgang Erwin Thasler - Klinikum der Universität München - Grosshadern, Klinik und Poliklinik für Chirurgie, München
  • Tobias Heide - Klinikum der Universität München - Grosshadern, Klinik und Poliklinik für Chirurgie, München
  • Philipe N. Khalil - Klinikum der Universität München - Grosshadern, Klinik und Poliklinik für Chirurgie, München
  • Michael Mikhailov - Klinikum der Universität München - Grosshadern, Klinik und Poliklinik für Chirurgie, München
  • Martin E. Kreis - Klinikum der Universität München - Grosshadern, Klinik und Poliklinik für Chirurgie, München
  • Karl-Walter Jauch - Klinikum der Universität München - Grosshadern, Klinik und Poliklinik für Chirurgie, München
  • Axel Kleespies - Klinikum der Universität München - Grosshadern, Klinik und Poliklinik für Chirurgie, München

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie. 129. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie. Berlin, 24.-27.04.2012. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2012. Doc12dgch436

DOI: 10.3205/12dgch436, URN: urn:nbn:de:0183-12dgch4366

Published: April 23, 2012

© 2012 Renz et al.
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Text

Einleitung: Das frühe und gehäufte Auftreten von kolorektalen Karzinomen (CRC) bei Patienten mit chronisch entzündlicher Darmerkrankung (CED) ist bekannt. Ziel unserer Studie war der direkte Vergleich des perioperativen- und Langzeit-Verlaufs von CED assoziierten (CED-CRC) und sporadischen (sCRC) CRC.

Material und Methoden: Eingeschlossen wurden 198 Patienten mit vollständigem Datensatz. Zwischen 1985 und 2009 wurden n=33 CED-CRC Patienten (CU: n=24, MC: n=9) onkologisch reseziert und mittels einer 1:5-matched-pair Analyse mit n=165 sCRC Patienten verglichen. Als match-Kriterien wurden folgende 6 unabhängigen Risikofaktoren gewählt: Alter (+/- 5 Jahre), Geschlecht, OP-Zeitpunkt (+/- 5 Jahre), UICC-Tumorstadium, Tumor-Lokalisation (Kolon/Rektum) und Art der Operation. Die intra- und postoperative Daten wurden multivariat analysiert.

Ergebnisse: Keine Unterschiede gab es bezüglich der Operationsdauer (CED-CRC: 185 min. vs. sCRC: 180 min., p=0,75). Eine Bluttransfusion musste in der CED-CRC Gruppe jedoch häufiger durchgeführt werden (35% vs. 18%, p=0.03). Bei den CED-CRC Patienten wurde intraoperativ zudem häufiger ein Stoma angelegt (54% vs. 20%, p<0.001). Eine Anastomoseninsuffizienz trat bei CED-CRC Patienten tendenziell, wenn auch nicht signifikant, häufiger auf (9% vs. 4%, p=0.07). Die 30-Tage Mortalität war in beiden Gruppen 0%. Im Langzeit-Verlauf zeigte sich bei CED-CRC Patienten eine deutlich höhere Rate an Lokalrezidiven (33% vs. 11%, p<0.001) und die 5-Jahresüberlebensrate war bei den CED-CRC Patienten signifikant erniedrigt (40% vs. 61%, P=0.012).

Schlussfolgerung: Auf Grund dieser Daten kann angenommen werden, dass durch eine protektive Stomaanlage bei CED-Patienten eine Anastomoseninsuffizienz nicht verhindert, aber auf ein akzeptables Niveau gesenkt werden kann. Die höhere Lokalrezidivrate und die schlechtere 5-Jahresüberlebensrate bei CED-CRC Patienten sind nicht auf das Tumorstadium oder das Alter der Patienten zurückzuführen sondern sind Ausdruck einer aggressiveren Tumorbiologie, der mit kürzeren Tumornachsorgeintervallen begegnet werden sollte.