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129. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie

24.04. - 27.04.2012, Berlin

Einfluss der Tumorlokalisation auf den KRAS und BRAF Mutationsstatus sowie die Inzidenz der Mikrosatelliteninstabilität bei Patienten mit Kolonkarzinom

Meeting Abstract

  • Frank Benedix - O.-v.-G.-Universität Magdeburg, Klinik für Allgemein-, Visceral- und Gefäßchirurgie, Magdeburg
  • Frank Meyer - O.-v.-G.-Universität Magdeburg, Klinik für Allgemein-, Visceral- und Gefäßchirurgie, Magdeburg
  • Hans Lippert - O.-v.-G.-Universität Magdeburg, Klinik für Allgemein-, Visceral- und Gefäßchirurgie, Magdeburg
  • Sabine Krüger - O.-v.-G.-Universität Magdeburg, Institut für Pathologie, Magdeburg

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie. 129. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie. Berlin, 24.-27.04.2012. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2012. Doc12dgch431

DOI: 10.3205/12dgch431, URN: urn:nbn:de:0183-12dgch4315

Published: April 23, 2012

© 2012 Benedix et al.
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Text

Einleitung: Zahlreiche Studien der letzten Jahre haben vor allem klinische und histologische Unterschiede zwischen Karzinomen des rechten und linken Hemikolons herausarbeiten können. Auch auf molekularbiologischer Ebene zeigt sich, dass rechts- bzw. linksseitige Kolontumore erheblich differieren. So sind eine hochgradige Mikrosatelliteninstabilität (MSI-h) sowie Mutationen des BRAF Gens häufiger bei Karzinomen des rechten Kolons zu finden. Neuere klinische Untersuchungen haben interessanterweise demonstriert, dass seine simple Unterteilung in rechts- bzw. linksseitige Tumore der Heterogenität der Tumorentität Kolonkarzinom nicht gerecht wird. Ziel der vorliegenden Studie war daher, den Einfluss der anatomischen Tumorlokalisation (Kolonsegmente) auf die Ausprägung verschiedener molekularer Marker zu untersuchen.

Material und Methoden: In einem 3 Jahreszeitraum wurden bei insgesamt 171 Patienten die BRAF und KRAS Mutationsrate sowie der MSI Status bestimmt und mit klinischen, histologischen Parametern sowie der anatomischen Tumorlokalisation korreliert.

Ergebnisse: MSI-h Tumore zeigten sich häufiger bei Frauen und waren mit einem schlechteren Differenzierungsgrad, jedoch seltener mit Lymphknoten- und Fernmetastasen assoziiert. Bei KRAS mutierten Kolonkarzinomen fanden sich häufiger niedrige T-Stadien sowie ein höherer Differenzierungsgrad. In der Gruppe der Kolonkarzinome mit einer Mutation des BRAF Gens konnte eine enge Korrelation mit dem weiblichen Geschlecht, einem schlechteren Differenzierungsgrad sowie einer höheren Rate an Fernmetastasen nachgewiesen werden. Interessanterweise zeigte sich, dass sowohl die KRAS und BRAF Mutationsraten als auch der MSI Status erheblich zwischen den einzelnen Kolonsegmenten variierte. Diese Unterschiede fanden sich zudem unabhängig von einer rechts- bzw. linksseitigen Tumorlokalisation.

Schlussfolgerung: Die Ergebnisse der vorliegenden Untersuchung bestätigen, das eine einfache Unterteilung in rechts- bzw. linksseitige Kolonkarzinome der Komplexität der Tumorentität nicht gerecht wird.