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129. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie

24.04. - 27.04.2012, Berlin

RFID: Erfassung textiler Materialien und Team Bewegungen im chirurgischen OP – eine präklinische Evaluation

Meeting Abstract

  • Michael Kranzfelder - Klinikum rechts der Isar, Chirurgische Klinik und Poliklinik, München
  • Dorit Zywitza - Klinikum rechts der Isar, Chirurgische Klinik und Poliklinik, München
  • Armin Schneider - Klinikum rechts der Isar, Chirurgische Klinik und Poliklinik, München
  • Helmut Friess - Klinikum rechts der Isar, Chirurgische Klinik und Poliklinik, München
  • Hubertus Feußner - Klinikum rechts der Isar, Chirurgische Klinik und Poliklinik, München

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie. 129. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie. Berlin, 24.-27.04.2012. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2012. Doc12dgch369

DOI: 10.3205/12dgch369, URN: urn:nbn:de:0183-12dgch3696

Published: April 23, 2012

© 2012 Kranzfelder et al.
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Einleitung: Die zunehmende Technisierung im OP ermöglicht die Entwicklung intelligenter Sicherheits- Systeme. Voraussetzung ist eine umfassende Datenakquise, um Risiken zu identifizieren und Sicherheitsmechanismen einzuleiten. Es wurde ein Erfassungssystem für textile Materialien und Teambewegungen mit Radio-Frequenz-Identifikations-Technologie (RFID) für den OP entwickelt.

Material und Methoden: Textiltracking (in vitro): 3 RFID Antennen (OBID i-scan, Feig Electronic, 13.56 MHz) wurden auf (1) Instrumentiertisch, (2) Abwurfeimer und (3) unterhalb eines OP- Phantoms (CLA, Coburg) positioniert, 20 Bauchtücher (BT) (L&R, Regnsdorf) mit passiven RFID Chips (HT ORION, Datamars, CH) ausgestattet und eine OP mit 30 Bauchtuchwechseln simuliert (n=5). Am OP Ende wurden n=0-2 BT zurückgelassen. In vivo (n=5 Schweine OPs, 36 x 110 cm Ringantenne, Siemens Medical Solutions): n=1-10 sterile RFID-bestückte BT wurden im Situs verteilt. Die Lokalisationsdarstellung erfolgte in Echtzeit auf einem Monitor. Teamtracking: 3 RFID Antennen (H&S, SPA 2400 RCP, CH) mit Sektor Controllern (Zomofi, CH) wurden an (1) der Eingangstür des OP und bds. (2+3) des OP-Tisches angebracht. Detektionsraten von n=1-6 aktiven RFID Transpondern (ZOMOFI Z-Tag, 2.45 GHz), deren Lokalisation am OP Tisch (re/li), sowie Positionswechsel wurden bestimmt.

Ergebnisse: Textiltracking (in vitro): 100% der BT wurden zu Beginn der OP erkannt. Detektionsraten verringerten sich um 33% bei gleichzeitigem Wechsel aller BT (Abbildung 1 [Abb. 1]). Alle im Situs zurückgelassenen BT wurden korrekt erkannt. In vivo: 70-100% der BT wurden in Abhängigkeit der Positionierung im Situs erkannt. Teamtracking: Die Detektionsgenauigkeit im OP Saal sowie zu beiden Seiten des OP-Tisches liegt bei 100%. Zeit bis zur Erkennung des Positionswechsel 30-60 sec. Kein Transponderfehler trat auf.

Schlussfolgerung: Dies ist das erste kombinierte RFID System mit Potential zum OP-Einsatz. Die präklinische Evaluation ergab eine verlässliche Bauchtuchzählung zu Beginn und am Ende der OP. Alle zurückgelassene BT wurden korrekt erkannt. Das Teamtracking mit RFID ist möglich, Positionswechsel werden erkannt. Detektionsraten müssen für den Einsatz im OP weiter verbessert werden.