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129. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie

24.04. - 27.04.2012, Berlin

Verbesserte Magenentleerung nach Pylorus-erhaltender Pankreaskopfresektion durch Verwendung einer langen Jejunumschlinge und einer Fußpunktanastomose.

Meeting Abstract

  • Matthias Hoffmann - Raphaelsklinik , Allgemein- und Viszeralchirurgie, Münster
  • Frank Fischer - Raphaelsklinik , Allgemein- und Viszeralchirurgie, Münster
  • Friedrich Krings - St. Vincenz Hospital, Chirurgie 1, Coesfeld
  • Andreas Koch - Evangelisches Krankenhaus Johannisstift, Allgemein- und Visceralchirurgie, Münster
  • Jörg Teklote - Raphaelsklinik , Allgemein- und Viszeralchirurgie, Münster
  • Stefanie Lodde - Raphaelsklinik , Allgemein- und Viszeralchirurgie, Münster
  • Stefanie Cordesmeyer - Raphaelsklinik , Allgemein- und Viszeralchirurgie, Münster

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie. 129. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie. Berlin, 24.-27.04.2012. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2012. Doc12dgch353

DOI: 10.3205/12dgch353, URN: urn:nbn:de:0183-12dgch3538

Published: April 23, 2012

© 2012 Hoffmann et al.
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Einleitung: Die Pylorus-erhaltende Pankreaskopfresektion ist der Gold Standard in der chirurgischen Therapie von Tumoren des Pankreaskopfes. Trotz der Vorteile dieses Verfahrens gegenüber der klassischen Whipple-Operation bleiben zwei Probleme: verzögerte Magenentleerung und biliärer Reflux. Verzögerte Magenentleerung tritt bei 33-47 % der Patienten in large volume Zentren auf. Ziel dieser retrospektiven Studie war es, den Einfluß der Schlingenlänge und einer Fußpunktanastomose auf die postoperative Magenentleerung zu untersuchen.

Material und Methoden: Zwischen August 2004 und Dezember 2009 wurde bei 87 Patienten wegen gut- und bösartiger Erkrankungen der Bauchspeicheldrüse eine Pylorus-erhaltende Duodenopankreatektomie (PPDP) durchgeführt. Bei 36 Patienten wurde die klassische OP-Technik nach Longmire-Traverso mit einer kurzen (<30 cm) Schlinge zwischen biliodigestiver und duodenaler Anastomose eingesetzt (Gruppe A), bei 24 Patienten eine lange Schlinge (>50 cm; Gruppe B) und bei 27 eine lange Schlinge kombiniert mit einer Jejuno-Jejunostomie als Fußpunktanastomose (Gruppe C). In diesen Gruppen wurde die Rate an postoperativen Magenentleerungstörugen nach den Kriterien der ISGPS (2007) entsprechend folgender Kriterien ausgewertet: Verbleiben einer Magensonde für mehr als 4 Tage postop., Wiedereinführen einer Magensonde nach dem 3. postoperativen Tag oder Unmöglichkeit fester Nahrungsaufnahme nach Tag 7.

Ergebnisse: Während in Gruppe A mit klassischer Rekonstruktionstechnik 47 % der Patienten eine postoperative Magenentleerungsstörung aufwiesen konnte diese Rate durch Verwendung einer langen Schlinge (Gruppe B) auf 29 % verringert werden. Eine weitere Reduktion der Magenentleerungsstörungen auf 15 % wurde durch Verwendung einer Fußpunktanastomose 10 cm distal der Duodeno-Jejunostomie erreicht (Gruppe C). Zusätzlich zu diesen Effekten wurde bei keinem Patienten mit einer langen Schlinge (Gruppen B, C) ein biliärer Reflux festgestellt.

Schlussfolgerung: Durch Verwendung einer langen Jejunumschlinge und einer Fußpunktanastomose konnten die Rate an postoperativen Magenentleerungsstörungen nach PPDP vermindert und die Rekonvaleszenz der Patienten beschleunigt werden.