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129. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie

24.04. - 27.04.2012, Berlin

Objektive Untersuchungsmethode der Bauchwand bei Abdominoplastik mit Faszienraffung bei Rektusdiastase

Meeting Abstract

  • Susanne Hartmann - Diakonissen Krankenhaus, Plastische Chirurgie, Frankfurt
  • Bianca Baican - Diakonissen Krankenhaus, Plastische Chirurgie, Frankfurt
  • Zeynep Altayli - Diakonissen Krankenhaus, Plastische Chirurgie, Frankfurt
  • Klaus Exner - Diakonissen Krankenhaus, Plastische Chirurgie, Frankfurt

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie. 129. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie. Berlin, 24.-27.04.2012. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2012. Doc12dgch342

DOI: 10.3205/12dgch342, URN: urn:nbn:de:0183-12dgch3421

Published: April 23, 2012

© 2012 Hartmann et al.
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Einleitung: Die Faszienraffung oder Doppelung gilt bei Abdominoplastik mit Rektusdiastase als operativer Standard. Bisher fehlen jedoch Untersuchungen zu den Spätergebnissen der Faszienraffung mit objektiv reproduzierbaren Messmethoden.Wir haben mit der nichtinvasiven Myosonografie bei Narbenbrüchen der Mittellinie sowie bei Hebedefekten nach DIEP-Lappen mehrjährige Erfahrungen in der Funktionsanalyse der Bauchwand. Die myosonografische Messung der Rektusdiastase und der Muskelfunktion kann auch zur Langzeitanalyse der Faszienraffung an der Bauchwand eingesetzt werden.

Material und Methoden: Von Jan. 2007 bis Juni 2011 wurden bei 315 Patienten Abdominoplastiken durchgeführt. 90 dieser Patienten hatten eine Rektusdiastase, welche mit einer Faszienraffung behandelt wurde. Die Operation erfolgt offen chirurgisch im Rahmen der Abdominoplastik mit Nabelverlagerung. Die Rektusdiastase wird ohne Eröffnung des Abdomens mit einer Flaschenzug-Einzelknopf-Technik mit versenktem Knoten mit Prolene Stärke 0 verschlossen. Hierbei werden mit einem Abstand von 1 cm zum vorherigen Knoten die jeweils medialen Ränder des vorderen Blattes der Rectusscheide jeweils 5-8 mm weit erfasst. Die Rektusmuskulatur wird vollständig in der Mittellinie vereinigt. Die Abdominoplastik wird in der Technik nach BAROUDI mit oder ohne zusätzliche Liposuktion beendet. Sonographisch wird das Ausmaß der Diastase und die Dicke und Breite des M. rektus in Ruhe und Kontraktion an vier definierten Meßpunkten ermittelt. Klinisch erfolgt die Funktionsprüfung nach JANDA und LACOTE. Die Follow up Untersuchungen werden 6 und 12 Monaten postoperativ terminiert.

Ergebnisse: Bei 72 Patienten konnten klinische und myosonographische Daten erhoben werden. Alle Patienten gaben subjektiv eine Verbesserung der Bauchwand durch die Abdominoplastik mit Faszienraffnähten an. Die klinische Untersuchung zeigte eine Verbesserung der Muskelfunktion. Myosonografisch konnte eine Verringerung der Rektusdiastase in 90% festgestellt werden. Die Meßwerte der Muskelfunktion werden detailliert dargestellt.

Schlussfolgerung: Die Standardoperation der Abdominoplastik mit Faszienraffung durch Flaschenzugnähten mit Prolenefäden Stärke 0 ist eine effektive Methode zur Verringerung der Rektusdiastase. Dies ist sowohl objektiv durch die Myosonografie und die klinische Funktionsprüfung erfassbar, als auch im subjektiven Empfinden der Patienten zu finden.